„Es ist mein großer Wunsch, dass meine Orgelmusik in den Gottesdiensten kein ‚tönendes Erz‘ ist, sondern eine lebendige, berührende Verbindung zwischen den Menschen schafft.“ Dieser Satz sagt viel über Yewon Choi aus.
"Durch die Liebe getragen und weitergegeben"
Die 29-jährige Organistin aus Südkorea wird Anfang 2027 die Kirchenmusikerstelle in Altenbruch, Lüdingworth und Groden übernehmen. Sie tritt damit die Nachfolge von Ingo Duwensee an, der das musikalische Leben der drei Gemeinden über viele Jahre geprägt hat. Das Bild vom „tönenden Erz“ stammt aus dem ersten Korintherbrief. Für Yewon Choi beschreibt es, was sie sich von ihrer Musik erhofft: Sie soll nicht einfach "nur" erklingen, sondern durch die Liebe getragen und weitergegeben werden. Sie soll die Herzen der Menschen erreichen und diese miteinander verbinden.
"Unschätzbarer Wert der historischen Orgeln"
Dass sich die junge Frau ausgerechnet für diese Stelle bewarb, hat einen besonderen Anlass. „Der Hauptgrund dafür ist der unschätzbare Wert der historischen Schnitger- und Klapmeyer-Instrumente“, macht sie deutlich. Erst im Mai durfte Yewon Choi ihr Abschlusskonzert an der berühmten Schnitger-Orgel der Hamburger Hauptkirche St. Jacobi spielen. Dabei habe sie die Einzigartigkeit eines solchen historischen Instruments noch einmal besonders tief empfunden. "Diese Schätze zu bewahren und zu pflegen, ist mir ein großes Anliegen", unterstreicht sie.
Auf der Suche nach einer herzenswarmen Gemeinschaft
Doch nicht nur die Orgeln haben sie nach Cuxhaven-Hadeln gezogen. „Ich suche nach einer Gemeinde, die nicht nur hervorragende historische Instrumente pflegt, sondern auch eine herzenswarme Gemeinschaft bildet, in der meine musikalische Arbeit Früchte tragen kann“, erklärt Choi. In diesen Worten steckt ein Verständnis von Kirchenmusik, das weit über die Orgelbank hinausreicht. Musik soll ihren Platz im Gottesdienst ebenso finden wie im Miteinander der Menschen.


