Erntedank in Basbeck: „Frohe Weihnachten!“ bei der Suppe

Nachricht Basbeck, 05. Oktober 2026

Eine volle Kirche, zusätzliche Stühle und Tische und am Ende eine große Auswahl an Suppen: Der Erntedankgottesdienst der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde An der Oste wurde am 4. Oktober 2026 in Basbeck zu einem besonderen Fest.

Noch weitere Tische und Stühle mussten her

Rund 30 Prozent mehr Besucher als im vergangenen Jahr kamen in die festlich geschmückte Kirche. Auch das Gemeindehaus war vorbereitet. Wegen des großen Zuspruchs mussten jedoch noch weitere Tische und Stühle herbeigeschafft werden.

Landfrauen haben sich selbst übertroffen

Für das leibliche Wohl sorgten anschließend die Landfrauen, die sich an diesem Tag selbst übertroffen hatten. Eine ganze Reihe verschiedener Suppen stand bereit, darunter Hochzeitsuppe, Kürbissuppe, Currysuppe und Gyrossuppe. Für jeden Geschmack war etwas dabei – und vor allem: Es sollte für alle reichen.

"Dankbarkeit wird nicht erwartet"

Damit setzte sich die Botschaft des Gottesdienstes auf besondere Weise fort. Unter dem Thema „Dankbarkeit wird nicht erwartet!“ ging es in der Predigt um die biblische Geschichte von der Speisung der Viertausend. Jesus fragt angesichts der hungrigen Menschen nicht danach, was fehlt, sondern: „Was habt ihr?“ Aus dem Wenigen, das vorhanden ist, wird durch Teilen genug für alle.

Vor dem Segen wurde noch eine Geschichte erzählt, die bei vielen für Schmunzeln sorgte. Ein Gemeindepädagoge hatte bei seinem Dienstantritt in Wittgenstein den dortigen Pastor gefragt, wie der Erntedankgottesdienst angenommen werde. Die Antwort: „Es ist ein zweiter Heiliger Abend.“ Beim ersten Gottesdienst kamen allerdings nur knapp 40 Menschen. Der Gemeindepädagoge dachte deshalb: Hoffentlich wird der Heilige Abend besser. Tatsächlich war die Kirche an Heiligabend voll – der Erntedankgottesdienst dagegen wurde in dieser ländlichen Region nicht so angenommen.

"Frohe Weihnachten!" wurde zum geflügelten Wort

In Basbeck war das anders. Hier wurde der Erntedank tatsächlich zu einem „zweiten Heiligen Abend“. Beim anschließenden Suppenfassen wurde deshalb schnell der Satz „Frohe Weihnachten!“ zum geflügelten Wort. Mit Applaus bedankten sich die Besucher bei den Landfrauen für ihren Einsatz. Und als die Frage aufkam, ob man auch 2027 auf ein solches Suppenangebot hoffen dürfe – dann im neuen Gemeindehaus –, kam von den Landfrauen ein klares „Ja“. Der zweite Applaus ließ nicht lange auf sich warten.

Teilen, Helfen und gemeinsames Feiern

So wurde aus dem Erntedankgottesdienst ein Fest der Gemeinschaft. Eine volle Kirche, viele helfende Hände und ein gedeckter Tisch zeigten dabei ganz praktisch, worum es an diesem Tag ging: Dankbarkeit nicht zu erwarten, sondern sie entstehen zu lassen – durch Teilen, Helfen und gemeinsames Feiern.

Johannes Drechsler, Pfarrverwalter i.A. in der Kirchengemeinde An der Oste