Wenn die Nacht still wird, klingelt das Telefon – am anderen Ende wartet jemand, der zuhört. Mehr als 11.000 Mal suchten Menschen im vergangenen Jahr Hilfe bei der TelefonSeelsorge Elbe-Weser. Und sie fanden ein offenes Ohr und ein tröstendes Wort.
Die steigenden Zahlen dokumentieren eindrucksvoll: Das Bedürfnis nach verständnisvoller, anonymer Unterstützung wächst stetig. Bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Fördervereins wurde deutlich, welche Bedeutung und welche Herausforderungen dieses Engagement inzwischen hat. Und welche Verantwortung damit einhergeht.
"Unverzichtbarer Pfeiler der sozialen Infrastruktur"
Nach den üblichen Formalien rückte insbesondere der Bericht von Leiter Daniel Tietjen in den Mittelpunkt. Er machte deutlich, dass die TelefonSeelsorge Elbe-Weser, getragen unter anderem von den Kirchenkreisen Bremerhaven, Cuxhaven-Hadeln und Wesermünde, längst zu einem unverzichtbaren Pfeiler der sozialen Infrastruktur geworden ist. Angesichts wachsender psychischer Belastungen und überlasteter medizinischer Versorgungssysteme schließt sie eine Lücke, die sonst kaum zu füllen wäre. Ohne ihr Engagement, so Tietjen, müssten Kommunen vergleichbare Strukturen erst mühsam selbst aufbauen.
Unterstützung auch durch die Landeskirche
Finanziell wird die Arbeit neben den Kirchen auch durch öffentliche und private Zuschussgeber unterstützt, darunter die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers, die Evangelisch-reformierte Kirche, der Landkreis Rotenburg und der Förderverein selbst.
Einsamkeit, Partnerschaftsprobleme und Depressionen
Die Gründe, warum Menschen Hilfe suchen, sind vielfältig. Besonders häufig nennen Ratsuchende Einsamkeit, Partnerschaftsprobleme, Depressionen und Ängste. Kinder und Jugendliche wenden sich vor allem wegen Schwierigkeiten in Schule, Ausbildung oder im sozialen Umfeld an die Seelsorge. Auffällig ist nicht nur die steigende Zahl der Kontakte, sondern auch deren Intensität. Die Gespräche werden länger und anspruchsvoller.