Wo vertraute Wege nicht mehr selbstverständlich ans Ziel führen, braucht es den Mut, neue Richtungen zu erkunden. Über diese Herausforderungen berieten Pastorinnen und Pastoren aus dem Elbe-Weser-Raum beim Generalkonvent im Sprengel Stade, den Regionalbischöfin Sabine Preuschoff (Stade) erstmals seit ihrem Dienstbeginn leitete. Im Mittelpunkt der Zusammenkunft standen die zukünftige Entwicklung der evangelischen Kirche sowie das Zusammenspiel unterschiedlicher Professionen vor Ort. Knapp 200 Geistliche nahmen daran teil.
"Kirchenkreisen kommt zentrale Rolle zu"
Als Experte für kirchliche Veränderungsprozesse war der evangelische Theologe und Organisationsberater Steffen Bauer eingeladen. Seine Beobachtung: „Deutschlandweit wird in allen Regionen und Landeskirchen der Teamgedanke gewollt und umgesetzt. Dabei kommt den Kirchenkreisen in den Veränderungsprozessen eine zentrale Rolle zu.“ Bauer warb dafür, sich „radikal ehrlich zu machen“ und nicht nur zu optimieren, sondern sich wirklich zu verändern.
"Kulturveränderung auf allen Ebenen"
Dazu gehöre ein Blick vom Jahr 2035 her: „Wie sehen dann nach allen Prognosen die kirchlichen Ressourcen aus – und was bedeutet das für die Arbeit vor Ort?“ Entscheidend sei, wie Kirche für die Menschen vor Ort gestaltet werden könne, wenn Kirchenentwicklung und verfügbare Ressourcen neu ins Verhältnis gesetzt werden müssten. Dafür brauche es auf allen Ebenen eine Kulturveränderung.
"Freiräume für Erprobungen schaffen"
„Wir kommen noch zu wenig von alten Bildern los und lassen uns zu wenig von neuen inspirieren.“ Es gelte, Freiräume für Erprobungen zu schaffen und vor Ort herauszufinden, was am besten funktioniere und was Menschen sich von Kirche wünschten – „in aller Vielfalt und Kreativität“.


