Kreativer Nachmittag mit dem "Vaterunser" beflügelt die Konfis

Nachricht Basbeck, 18. April 2026
Kreativ und vielfältig: die Kunstwerke der Jugendlichen. Aus einfachen Materialien entstanden Bilder für große Begriffe. Fotos: Privat

Die Nachmittagssonne lag flach über Basbeck, als sich die Türen schon lange vor dem offiziellen Beginn öffneten. Ein leises, stetiges Ankommen, wie es bei solchen Nachmittagen oft geschieht – ohne klaren Anfang, doch mit spürbarer Erwartung in der Luft.

Unscheinbare Quadrate, die bald Bedeutung haben sollten

Bereits um 15 Uhr waren die Hauptamtlichen vor Ort. Mit ruhigen Handgriffen bereiteten sie alles vor, als würden sie einen Boden bereiten, auf dem später Gedanken wachsen konnten. Stühle wurden gerückt, Bildkarten ausgelegt, und mit Kreppband entstanden kleine Flächen – unscheinbare Quadrate, die bald Bedeutung tragen sollten. Kurz darauf trafen die ersten Konfirmandinnen und Konfirmanden ein.

Frische Energie und ein wenig Unruhe

Um halb vier kamen die drei Teamer hinzu – sie brachten Schwung und eine angenehme Unruhe. Fast auf den letzten Moment trafen auch die Hüller ein, zehn Minuten vor Beginn, gerade rechtzeitig, um Teil des Ganzen zu werden.

Stimmen, Bewegungen, kleine Begegnungen

Als um 16 Uhr der offizielle Start gesetzt wurde, war der Raum längst gefüllt – nicht nur mit Menschen, sondern mit Stimmen, Bewegungen, kleinen Begegnungen. Ein Spiel eröffnete den gemeinsamen Teil, ein kurzer, lebendiger Impuls, der Körper und Aufmerksamkeit zusammenbrachte.

Dann wurde es ruhiger. In der Mitte lagen Bildkarten, jede zeigte eine andere Haltung des Gebets. Die Jugendlichen traten näher, suchten Gemeinsamkeiten, entdeckten Unterschiede. Die Fragen waren einfach, aber offen: Ob sie schon einmal gebetet hätten. Wie und wo. Ob sie ein Gebet kannten. Es waren Fragen, die Raum ließen – für Worte, aber auch für Stille.
Später teilte sich die Gruppe in zwölf kleine Gemeinschaften. Jede bekam eine Zeile des „Vaterunsers“. Was zunächst klein wirkte, wurde schnell weit: Mit Dingen aus Haus und Garten machten sie die Worte greifbar.

Zwölf Deutungen, zwölf Perspektiven – jede ehrlich und eigen

Es wurde gesucht, gelegt und verändert. Aus einfachen Materialien entstanden Bilder für große Begriffe – Himmel und Reich, Schuld und Vergebung, Versuchung und Erlösung. Kein lautes Schaffen, sondern ein behutsames Annähern, als würden die Worte erst durch das Tun verständlich. Nach einer Pause am frühen Abend gingen alle gemeinsam durch die entstandenen Räume – zwölf Deutungen, zwölf Perspektiven, jede ehrlich und eigen.

Zwischen alter Botschaft und neuer Form

Ein weiterer Moment ließ die Gegenwart besonders spürbar werden: der Austausch mit einem KI‑Jesus – ein Versprechen vom letzten Treffen, nun eingelöst. Zwischen Neugier und Skepsis entstanden Gespräche, die irgendwo zwischen alter Botschaft und neuer Form ihren Platz fanden.

Ein gemeinsames Gebet, das neu klingt

Zum Abschluss sprach die Gruppe das „Vaterunser“ – nicht mehr nur als bekanntes Gebet, sondern als etwas, das sie zuvor auseinandergenommen und neu betrachtet hatte. Der abschließende Segen im Kreis war leise, fast zurückhaltend.
Gegen 19 Uhr löste sich die Runde auf. Draußen war es kühler geworden. Und während die letzten Stimmen verklangen, blieb vielleicht etwas zurück – ein Gedanke, ein Bild, ein Gefühl. Nichts Lautes. Aber etwas, das nachwirkt.

Johannes Drechsler, Pfarrverwalter i.A.