Die Welt wirkt derzeit oft wie aus den Fugen geraten. Nachrichten von Krisen, Kriegen und gesellschaftlichen Spannungen begleiten unseren Alltag. Dazu kommen persönliche Sorgen: die Angst um die Zukunft, Unsicherheit im Beruf, Einsamkeit trotz digitaler Vernetzung. Karfreitag trifft genau in diese Wirklichkeit hinein – und bleibt dabei erstaunlich aktuell.
"Gott begegnet uns nicht zuerst in Stärke"
Denn dieser Tag erzählt nicht von heiler Welt, sondern von Zerbrochenem. Der Blick auf das Kreuz zeigt einen Gott, der sich nicht heraushält. Er steht nicht über den Dingen, sondern geht mitten hinein in das Leid. Aus evangelischer Sicht ist das der entscheidende Punkt: Gott begegnet uns nicht zuerst in Stärke, sondern in der Verletzlichkeit.
"Karfreitag lädt zum Innehalten ein"
Das ist herausfordernd. Wir leben in einer Zeit, die nach schnellen Lösungen verlangt. Probleme sollen effizient gelöst, Krisen möglichst rasch überwunden werden. Karfreitag dagegen lädt zum Innehalten ein. Er zwingt uns, hinzusehen – auch dort, wo es wehtut. Er erinnert daran, dass nicht alles machbar ist und dass wir das Dunkel nicht einfach überspringen können.
"Wo Menschen leiden, da ist Gott nicht fern"
Und doch liegt gerade darin eine leise Hoffnung. Denn wenn Gott selbst den tiefsten Punkt kennt, dann ist kein Ort gottverlassen. Wo Menschen leiden – in Kriegsgebieten, auf der Flucht, in Krankenhäusern oder in stillen inneren Kämpfen – da ist Gott nicht fern. Diese Gewissheit trägt, auch wenn sie nicht alles beantwortet.
"Wie gehen wir miteinander um?"
Karfreitag stellt uns auch unbequeme Fragen: Wie gehen wir miteinander um? Was lassen wir zu? Wo schauen wir weg? In einer Zeit, in der Meinungen schnell verhärten und Mitgefühl manchmal knapp wird, erinnert das Kreuz daran, wie sehr wir auf Barmherzigkeit angewiesen sind – und wie sehr wir sie selbst weitergeben können.
"Im Unfertigen vertrauen"
Vielleicht bedeutet Glaube heute weniger, alles zu verstehen, sondern vielmehr im Unfertigen darauf zu vertrauen, dass Gott gerade im Bruchstückhaften wirkt. Dass selbst dort, wo etwas zerbricht, Neues wachsen kann.
"Kein lauter Hoffnungstag, aber ein ehrlicher"
Karfreitag ist kein lauter Hoffnungstag. Aber er ist ein ehrlicher. Einer, der das Leid nicht verdrängt – und gerade darin eine Hoffnung entdeckt, die tiefer reicht als schnelle Antworten. Eine Hoffnung, die trägt. Auch jetzt.
Dr. Sabine Manow, Pastorin in Cuxhaven
Tischabendmahl für Jugendliche (und Erwachsene) in St. Petri
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