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Auf ein Wort

Gemütliches gemeinsames Frühstück am Wochenende im November, frische noch warme Brötchen, dampfender Kaffee, draußen ungemütlich – herrlich. Plötzlich stellt jemand die Frage: „Wer hat eigentlich den letzten Joghurt gegessen?“ Und schon ist es mit dem Frieden vorbei! Aus einem gemütlichen Frühstück wird eine „internationale Krisensitzung“.
Manchmal ist es erstaunlich, wie schnell und durch welche Banalitäten der Frieden ins Wanken gerät. Eine falsche Bemerkung, ein blöder Blick – und schon brodelt es in uns.
 
Der Friede gerät immer mehr in Gefahr
 
Und so haben wir leider auch die perfekte Überleitung in ein Thema, was aktueller nicht sein kann. Denn der Friede gerät immer mehr in Gefahr, auch vor unserer Haustür.
Aus der Philosophie und Science-Fiction wurden schon so manche „verrückte“ Friedenskonzepte gebastelt: Der kulinarische Frieden – niemand kann verhandeln oder kämpfen, während Konflikte durch Koch-Duelle oder gemeinsame Pflicht-Bankette gelöst werden müssten. Die künstliche Super-Empathie: Eine Technologie, die dafür sorgt, das man den physischen und psychischen Schmerz, den man anderen zufügt, eins zu eins selbst spürt.
 
Die kosmische Bedrohung...
 
Das globale Rotationsprinzip: Jeder Mensch muss per Losverfahren alle fünf Jahre in ein anderes Land ziehen. Wer die anderen selbst erlebt, führt keinen Krieg mehr gegen sie. Die kosmische Bedrohung: Ein künstlich vorgetäuschter Angriff von Außerirdischen, die alle Staaten miteinander verbündet und globale Streitigkeiten vergisst.
 
"Frieden entsteht von unten, bei jedem Einzelnen"
 
Tja, leider ist es nicht so einfach. Aber Frieden entsteht von unten, bei jedem Einzelnen. Der Weltfrieden ist über die Psychologie des Alltags anzupacken, bei der „menschlichen Software“. Daher gehen schon die Friedensgedanken auf urchristliche Gedanken zurück, indem Jesus einen Frieden schenkt, den die Welt nicht geben kann und dazu aufruft: „Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen“ (Mt. 5,9).
 
Was im Kleinen beginnt, darf sich im Großen fortsetzen
 
Ein Aufruf, aktiv Streit zu schlichten, versöhnen, Konflikte abbauen und Brücken zu bauen, statt den Unfrieden anzuheizen oder auf die eigene Durchsetzung zu pochen. Was im Kleinen beginnt, darf sich im großen Miteinander von Gesellschaft, Politik und über Ländergrenzen hinweg fortsetzen.
 
Auch über unsere Verantwortung in der Welt nachdenken
 
Am morgigen Sonntag beginnt die diesjährige ökumenische FriedensDekade unter dem Thema „Couragiert widerständig“. In einer Zeit, die von Kriegen, gesellschaftlichen Spannungen, wachsender Sorgen um die Zukunft geprägt ist, lädt die Friedensdekade dazu ein, über Frieden, Gerechtigkeit und unsere Verantwortung in der Welt nachzudenken. Das Motto erinnert daran, dass Frieden nicht von selbst entsteht. Es braucht Menschen, die sich mutig für andere einsetzen, für Menschenwürde, Demokratie und Frieden einstehen im Alltag, in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz, wo auch immer. Frieden beginnt nicht erst dann, wenn die Welt um uns herum perfekt ist. Frieden beginnt dort, wo wir Jesus in unser Leben lassen und Gottes Frieden in die Welt tragen.
 
"Geben wir Gottes Frieden weiter"
 
Gott ist größer als unsere Sorgen und Ängste. Geben wir Gottes Frieden weiter, indem wir Zuhören, Vergeben, Ermutigen und Liebe weitergeben. Und vielleicht fängt das schon beim letzten Joghurt im Kühlschrank an! Eine gesegnete und friedvolle neue Woche, nein besser „Zukunft“, uns allen.
 

Jörg Peters, Dipl.-Religions- und Sozialpädagoge, Diakon (Leiter der Hospizgruppe Cuxhaven)

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Evangelisch-lutherischer Kirchenkreis Cuxhaven-Hadeln
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