Ich habe heute an eine alte Geschichte von Jesus gedacht — eine seiner bekanntesten. Und ich merke, wie aktuell sie ist, selbst wenn man sie in unsere Zeit übersetzt.
Ich sehe ein Haus vor mir. Stimmen im Garten. Musik. Ein Fest. Und am Fenster steht jemand und ringt innerlich. Freude draußen — Widerstand drinnen. Denn der, der da gefeiert wird, hat vorher vieles falsch gemacht. Hat Vertrauen verspielt. Beziehungen belastet. Vielleicht sogar Geld verprasst. Und jetzt: offene Arme, offenes Haus, offenes Herz.
Mein erster Impuls ist: Moment. So einfach geht das doch nicht.
Ich merke, wie schnell in mir eine leise Buchhaltung anspringt. Einsatz und Ertrag. Treue und Lohn. Fehler und Folgen. Ich will, dass Dinge stimmig sind. Ausgeglichen. Nachvollziehbar. Gerecht.
Nicht, weil Scheitern egal wäre. Sondern weil Rückkehr zählt
Und genau hier setzt Jesus seine Geschichte an. Er erzählt von einem Vater, der anders reagiert, als wir es erwarten würden. Als der verlorene Sohn zurückkommt, hält er keine Rede. Er stellt keine Bedingungen. Er ordnet kein Prüfverfahren an. Er freut sich. Punkt. Und dann feiert er.
Nicht, weil das Scheitern egal wäre. Sondern weil die Rückkehr zählt.
"... dass Gott mich nicht nach meiner inneren Bilanz beurteilt"
Mich trifft das. Denn ich entdecke: Ich lebe selbst davon, dass Gott mich nicht nach meiner inneren Bilanz beurteilt. Nicht nach meinen guten und schlechten Tagen. Nicht nach meiner Trefferquote. Sondern nach seinem Herzen.
"Sie rechnet nicht. Sie sucht das Verlorene. Sie wartet. Sie hofft"
Liebe, sagt Jesus, rechnet anders. Oder genauer: Sie rechnet nicht. Sie sucht das Verlorene. Sie wartet. Sie hofft. Und wenn einer zurückkommt — innerlich, äußerlich, zögernd, wacklig — dann ist da Freude. Echte Freude. Himmelweite Freude. Das Wort zum Sonntag für mich heißt darum: Bleib nicht am Fenster stehen.
"Wo Versöhnung wächst, hat Gott längst die Musik angestellt"
Gott lädt ein zum Fest der Gnade. Nicht nur die Gescheiterten. Auch die Treuen. Nicht nur die Lauten. Auch die Stillen. Vielleicht sogar gerade die, die Mühe haben mit dieser Großzügigkeit. Ich darf eintreten. Meine Listen loslassen. Meine Vergleiche auch. Und lernen, mich mitzufreuen.
Denn wo Versöhnung wächst, hat Gott schon längst die Musik angestellt.
Johannes Drechsler, Pfarrverwalter i. A.
Gottesdienst zur Einführung von Kreiskantor Christian Müller in Otterndorf
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