Kennen Sie Jas? Er ist ein junger Sänger aus Berlin, der mit seinem Lied „Die Jugend hat Angst“ für mich das Lebensgefühl so vieler nicht nur junger Menschen heutzutage einfängt. Ein Krieg in Europa, wirtschaftliche Unsicherheiten, der Klimawandel und das Erstarken nicht-demokratischer Kräfte in den freiheitlichen Demokratien unserer Welt haben ihn dieses Lied schreiben lassen:
"Ich glaub', die Jugend hat Angst / Vor alten Männern im Amt / Vor
einem schrecklichen Schauspiel / Mit Krieg vor der Haustür / Ich
glaub', die Jugend hat Angst / Vor großen Wäldern in Flamm'n /
Vor einer Welt / In der man nicht leben kann."
Die Losung für das beginnende Wochenende – ein Satz, der knapp zweitausend Jahre alt ist – hat eine klare Antwort auf Angst in unsicheren Zeiten: Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. Natürlich!
"Dieser Satz zeigt, wie Gott sich unser Leben wünscht"
Es ist ein klarer und eindeutiger Satz – doch bleibt es, gerade wenn ich Angst habe, so unendlich schwierig, diesen Satz im wirklichen Leben wieder zu finden. Aber dieser Satz zeigt, wie Gott sich unser Leben wünscht und was er mit uns vorhat. Egal wie alt wir sind.
"Mut machen mir auch die vielen Menschen..."
Mut macht mir dieser Satz. Mut machen mir auch die vielen Menschen, die sich den beängstigenden Veränderungen in unserer Welt entgegenstellen! Ich denke an die Menschen, die in der Kirche in unserer Stadt neue Wege gehen – und zum Beispiel eine Kulturkirche ins Leben gerufen haben. Menschen, die sich im Rahmen einer demokratischen Partei für ein kommunalpolitisches Amt bewerben. Und ich denke an die Menschen, die sich in Vereinen, Initiativen und Verbänden seit Jahren für ein gutes Miteinander einsetzen.
Worte, die seit Jahrhunderten durch Zeiten der Angst tragen
Gemeinsam schaffen wir es, dass der Songtext von Jas irgendwann an besorgniserregender Aktualität verlieren wird. Hören Sie gerne trotzdem mal in das Lied rein. Und schauen Sie gerne in den nächsten Gottesdienst rein – vielleicht entdecken Sie dort die Worte der Bibel neu. Worte, die seit Jahrhunderten durch Zeiten der Angst tragen.
Helga Skrandies-Brihmani, Diakonin in der Cuxhavener Innenstadt
Abschlussgottesdienst des Konfirmanden-Wochenendes in St. Petri
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