Fünf Wochen Passionszeit liegen hinter uns mitten im Frühling. Ich bin dankbar, dass in unseren Breitengraden beides zusammenfällt. Draußen bewundern wir Krokusse und pflanzen Stiefmütterchen. Drinnen setzen sich einige in der Fastenzeit mit Verzicht, Leiden, Angst und Tod auseinander. Themen, die gerne verdrängt werden, obwohl jeder mit ihnen zu tun hat - oft in großer Einsamkeit. Der eine kämpft mit einer Abhängigkeit. Eine andere trifft die Krebsdiagnose. Manche haben Angst vor einer OP. Aber ach, das darf doch nicht sein! Lieber Augen und Ohren davor verschließen und zur Tagesordnung übergehen.
Wie kann Gott seinen Sohn sterben lassen auf der Höhe des Erfolgs?
Auch die Jünger wollen es nicht hören, als Jesus ihnen auf dem Weg nach Jerusalem sagt: „Ich muss viel leiden und verworfen … und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen“ (Mk. 8,31). Nicht einmal Petrus kann es ertragen. Wie kann Gott seinen Sohn sterben lassen auf der Höhe des Erfolges? Jesus könnte doch noch so viele Wunder tun, Kranke heilen und Menschen für das Himmelreich gewinnen!
Seine Jünger schlafen, statt mit Jesus zu wachen und zu beten
Doch was braucht Jesus eigentlich, wenn er von seinem bevorstehenden Sterben spricht? Ich denke, keinen, der abwehrt, sondern Freunde, die hinhören, für ihn da sind und ihm helfen, die letzten Tage zu genießen. Dann hätten sie sich alle zusammen auf das Passafest freuen können. Dann hätten sie es Jesus gegönnt, dass ihn eine Frau mit kostbarem Nardenöl salbt. Aber durch dieses Verdrängen seiner Jünger wird das Passafest für Jesus ein Ort, wo er „gute Miene zum bösen Spiel“ machen muss; wo nur ihm bewusst ist, was Brot und Wein beim letzten Abendmahl bedeuten; wo er seine Todesangst nur nachts im Garten Gethsemane vor Gott zeigen darf. Seine Jünger schlafen weinselig, statt mit Jesus zu wachen und zu beten. Traurig, aber menschlich!
Jesus weiß, wie mir zumute ist, wenn ich einsam und elend bin
Diese Szenen der Passion Jesu lassen Menschen im Frühling aufatmen. Sie geben Gelegenheit, in Jesus den wahren Menschen zu finden, der versteht. Er weiß, wie mir zumute ist, wenn ich einsam und elend bin. Er war es auch. Und Jesus versteht und verzeiht, wenn ich es nicht schaffe, anderen beizustehen, sondern vor ihrem Leid weglaufe wie die Jünger.
Er selbst vergleicht sein Sterben mit einem Weizenkorn
Als wahrer Gott geht Jesus den Weg durch den Tod ins ewige Leben. Er selbst vergleicht sein Sterben mit einem Weizenkorn, das in die Erde fällt und stirbt. Warum? Damit es nicht allein bleiben muss, sondern aufbricht, keimt, sprosst und nur so viel Frucht bringen kann (vgl. Joh. 12,24). So sehe ich in jedem Samenkorn und jeder Blumenzwiebel, die jetzt die Erde durchbrechen, das neue Leben, das mit Jesu Kreuz und Auferstehung begonnen hat – auch für mich und dich.
Maike Selmayr, Pastorin in Cuxhaven
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