Jedes Jahr feiern wir Ostern – und jedes Jahr fühlt es sich anders an. Was bleibt hängen? Was nehmen wir mit in unseren Alltag?
Ostern 2026 stand stärker im Schatten von Kriegen und Krisen als in „normalen“ Jahren – wobei man sich fragen muss, ob es solche Jahre überhaupt noch gibt. Kirchen auf der ganzen Welt rückten Krieg, Gewalt und Unsicherheit ins Zentrum der Osterbotschaft, besonders die Konflikte im Nahen Osten und in der Ukraine. In manchen Predigten klang es ungewöhnlich politisch – und existenziell zugleich: „Ostern ist eine Rebellion gegen den Tod“, sagten beispielsweise deutsche Bischöfe.
Sicherheit bestimmte das Bild
Auch in Jerusalem waren Osterfeierlichkeiten in diesem Jahr alles andere als selbstverständlich. Sicherheit bestimmte das Bild: Zugangsbeschränkungen an der Grabeskirche, Checkpoints, verkürzte Prozessionen. Selbst Karfreitag und Ostersonntag wirkten stiller, kontrollierter, schwerer. Wo sonst Menschen aus aller Welt zusammenkamen, herrschte Leere – und oftmals Angst.
Schöne Idee und ausgeklügeltes Konzept
Und bei uns? In Cuxhaven wurde Neues gewagt: Trotz fünf Kirchen nur je ein Gottesdienst pro Tag, dafür mit viel Liebe vorbereitet und besonderer Musik. Im Vorfeld hörte man einige Skepsis, doch die schöne Idee und das ausgeklügelte Konzept trugen Früchte: Am Ostersonntag war die Kirche von St. Gertrud so voll wie seit Jahrzehnten zu Ostern nicht mehr – Empore geöffnet, viele berührt, einhellig beglückt. Ebenso St. Petri am nächsten Tag: erfüllt, lebendig, getragen. Auch das kann Kirche sein.
Ostern passt sich nicht unseren Erwartungen an
Und während Nachrichten aus aller Welt von Gewalt sprachen, spielte sich Ostern auch im Kleinen ab – im Alltag: in Familien, die sich trotz Sorgen immer wieder finden; in Menschen, die Hoffnung nicht verlernen; in einem Supermarktpreis, der plötzlich kippt; in einer Gemeinschaft, die wächst. Ostern passt sich eben nicht unseren Erwartungen an. Ostern ereignet sich – mitten im Leben. Zwischen Krieg und Hoffnung, zwischen überteuerten Osterhasen und lila Schokolade für 88 Cent und überraschender Nähe, Einschränkung und unerwarteter Gemeinschaft.
Ein Moment voller Entschlossenheit und Zuversicht
Am Ende bleibt nicht das, was fehlt, sondern das, was aufleuchtet: eine volle Kirche, ein herzliches Lächeln, ein Moment voller Entschlossenheit und Zuversicht: „Es geht weiter“.
Das Leben setzt sich durch – leise manchmal, aber unaufhaltsam
Wie heißt es im Osterevangelium: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“ (Lukas 24,5–6). Und genauso ist es: Das Leben setzt sich durch – leise manchmal, aber unaufhaltsam.
Kerstin Tiemann, Superintendentin des Kirchenkreises Cuxhaven-Hadeln
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