Wenn Gemeinden voneinander lernen: Landesbischof sucht das Gespräch

Nachricht Basbeck, 28. Oktober 2026

Offen über Schwierigkeiten reden und gemeinsam nach Wegen suchen: Der Besuch von Landesbischof Ralf Meister in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde An der Oste stand ganz im Zeichen des persönlichen Austauschs. 

Zunächst ein Besuch auf der Baustelle

Dabei ging es am Dienstag um das neue Gemeindehaus, die Herausforderungen durch die Fusion dreier Gemeinden und die Frage, wie Kirchengemeinden künftig besser voneinander lernen können.
Am Nachmittag besuchte Meister zunächst die Baustelle des neuen Gemeindehauses. Hier koordiniert Gemeindemanager Bjørn-Arne Klaehn die Arbeit und wird dabei von ehrenamtlichen Mitgliedern des Kirchenvorstands unterstützt. Das Bauprojekt ist eines von vielen Vorhaben, die neben dem laufenden Geschäft der Kirchengemeinde organisiert und begleitet werden müssen.

Kartoffelsalat und Würstchen im alten Gemeindehaus

Nach dem Baustellenbesuch traf sich die Runde im alten Gemeindehaus in Basbeck. Bei Kartoffelsalat und Würstchen, darunter auch vegetarische Varianten, sowie Cola, Bier, Fanta, Apfelsaft und Mineralwasser entwickelte sich ein offenes Gespräch. Der Kirchenvorstand nutzte die Gelegenheit, die eigenen Probleme und Belastungen anzusprechen. Der hohe organisatorische Aufwand, bürokratische Hürden und die Herausforderungen der Fusion kamen dabei zur Sprache.

Ralf Meister machte sich etliche Notizen

Meister hörte aufmerksam zu und notierte sich die angesprochenen Punkte auf einem Stück Papier. Für den Kirchenvorstand war es wohltuend, die Schwierigkeiten einmal ausführlich schildern zu können und mit den eigenen Anliegen Gehör zu finden. Schließlich tragen die Verantwortlichen vor Ort viel Verantwortung, während sich die Rahmenbedingungen durch den Zusammenschluss verändern.

Netzwerk für und von fusionierten Kirchengemeinden 

Ein Gedanke des Landesbischofs ging dabei über die Situation in Hemmoor hinaus: Er überlegte, ein Netzwerk für und von fusionierten Kirchengemeinden aufzubauen. Gemeinden, die einen solchen Zusammenschluss bereits bewältigt haben, könnten ihre Erfahrungen weitergeben und anderen bei ähnlichen Herausforderungen helfen. Ein solcher Austausch könnte praktische Unterstützung bieten und verhindern, dass jede Gemeinde dieselben Schwierigkeiten allein lösen muss.

"Beispielhaft für das vielfältige Engagement"

Ein längeres Gespräch führte Meister außerdem mit Karin Mangels, der Organisatorin des Büchermarktes der Kirchengemeinde. Der Büchermarkt – er wird nach Warstade umziehen – steht nach seinen Angaben beispielhaft für das vielfältige Engagement, mit dem Menschen das Gemeindeleben bereichern und Begegnungen ermöglichen.

Kirchliche Arbeit soll lebendig bleiben

Auch die Ostestiftung und der Bürgermarkt zeigen, wie viel durch Eigeninitiative und Zusammenarbeit vor Ort entstehen kann. Trotz mancher Schwierigkeiten ist der Wille groß, die Fusion erfolgreich zu gestalten und die kirchliche Arbeit lebendig zu halten.

Ein herzliches Dankeschön

Der Vorschlag, die Kirchengemeinde An der Oste zu besuchen, kam von Regionalbischöfin Sabine Preuschoff aus Stade. Um 17.30 Uhr hatte der Besuch begonnen, gegen 20 Uhr trat Meister die Rückfahrt nach Hannover an. Pastorin Martina Wüstefeld bedankte sich zum Abschluss herzlich bei ihm für seinen Besuch und das offene Gespräch – ein Austausch, der ermutigt und gestärkt hat.

Johannes Drechsler, Pfarrverwalter i.A., Kirchengemeinde An der Oste