Osten war an diesem Wochenende ein Ort, an dem Kultur ganz selbstverständlich präsent war: in der Kirche, in den Stimmen, in den Bildern – und in den Pausen dazwischen. Menschen kamen, blieben, hörten zu.
Die St.-Petri-Kirche wurde zum Klangraum für das Ensemble Sonare. Acht Sängerinnen und Sänger standen mit ihrer Chorleiterin Dorothee Vater auf dem Podium. Die kleine Besetzung ließ jede Stimme hörbar werden und gab dem Konzert gerade dadurch seine besondere Wirkung.
Von geistlichen zu weltlichen Stücken – und vieles mehr
Das Programm spannte einen weiten Bogen: von Renaissance und Romantik bis zur modernen Chormusik, von geistlichen zu weltlichen Stücken, von Besinnlichem zu Heiterem. Arcadelt, Mendelssohn-Bartholdy, Fanny Hensel, Saint-Saëns, Theodorakis, Jenkins und weitere Komponisten traten dabei in einen musikalischen Dialog über die Jahrhunderte hinweg.
Ein klares Zeichen für Frieden und Demokratie
Einen besonderen Akzent setzte Dorothee Vater mit einem klaren Zeichen für Frieden und Demokratie. Die Stücke „I prosefchi tou agera“, „Sing, my child“ und Mendelssohns „Verleih uns Frieden“ erhielten dadurch eine Bedeutung, die über den reinen Musikgenuss hinausging.
Musik kann Menschen verbinden, Haltung hörbar machen
Denn genau darin liegt die Kraft solcher Abende: Musik kann Menschen verbinden, Gedanken öffnen und Haltung hörbar machen. Gerade in einer Zeit, in der Frieden und Demokratie keine Selbstverständlichkeit sind, wirkte diese Botschaft unmittelbar und glaubwürdig.
Kunstausstellung öffnete einen anderen Zugang zur Welt
Nach dem Konzert dann zur Kunstausstellung von Michal Pröpper. Dort öffnete sich ein anderer Zugang zur Welt, eine andere Sprache: Aus Stimmen und Atem wurden Farbe, Form und Oberfläche. Kunst und Musik standen an diesem Wochenende nicht nebeneinander, sondern schienen miteinander zu sprechen.
Verschiedene Ausdrucksformen zusammen
Die Besucher waren sich einig: Kultur muss nicht laut sein, um zu wirken. Sie versammelt Menschen, öffnet Räume und bringt verschiedene Ausdrucksformen zusammen. Osten hat geklungen. Osten hat geleuchtet.
Johannes Drechsler, Pfarrverwalter i.A. in der Kirchengemeinde An der Oste


