Vom Nachdenken zum Nachklang – Ein wertvoller Tag im Zeichen des Friedens

Nachricht Osten, 01. März 2026

Ein intensiver und zugleich hoffnungsvoller Konfirmandennachmittag mit anschließendem Konzert führte am Freitag, 27. Februar 2026, zahlreiche junge Menschen und Besucher in der St.-Petri-Kirche zusammen. 36 Konfirmandinnen und Konfirmanden setzten sich engagiert mit der Frage „Was ist Frieden?“ auseinander. Am Abend wurde das Thema musikalisch vertieft: Rund 100 Gäste erlebten ein eindrucksvolles Friedenskonzert mit der Gruppe Canta per la Pace.

Meinungsbarometer und persönliche Positionierungen

Der Nachmittag begann um 15.30 Uhr mit einem lockeren Ankommen bei Snacks. Ein Meinungsbarometer band die Jugendlichen anschließend aktiv ein. Aussagen wie „Frieden heißt: kein Krieg“, „Man kann Frieden lernen“ oder „Ich habe Angst vor Krieg in Europa“ regten zu persönlichen Positionierungen und ersten Gesprächen an.

Frieden ist mehr als die bloße Abwesenheit von Krieg

Ein Bildimpuls verdeutlichte: Frieden ist mehr als die bloße Abwesenheit von Krieg. In der biblischen Tradition steht dafür das Wort „Shalom“ – ein umfassender Zustand von Ganzheit und Heilsein. Die Jugendlichen überlegten, wo Frieden weltweit, in Deutschland und im eigenen Leben fehlt.

In fünf Gruppen arbeiteten die Vorkonfis zu unterschiedlichen Friedensebenen: zwischen Ländern, in Deutschland, in Schule und Familie sowie mit sich selbst. Anhand biblischer Texte gestalteten sie Plakate zu Fragen wie „Wo gibt es Streit?“, „Warum entsteht er?“ und „Was kann ich konkret tun?“. Die Präsentationen zeigten, wie intensiv und reflektiert sich die Jugendlichen mit dem Thema auseinandergesetzt hatten.
Besonders eindrücklich wurde es um 17 Uhr, als eine symbolische „Mauer“ aus Stühlen errichtet wurde. Begriffe wie Hass, Neid, Vorurteile, Gewalt, Ausgrenzung und Angst lagen sichtbar darauf. Gemeinsam überlegten die Konfirmanden, was diese Mauer zum Einsturz bringen könnte – ein nachdenklicher Moment.

Ein klangvoller Blick auf die Rolle der Musik 

Ein weiterer Schwerpunkt war die Rolle der Musik. Friedenslieder haben eine lange Tradition, insbesondere in den Protestbewegungen der 1950er- bis 1970er-Jahre. Die Jugendlichen diskutierten, warum Menschen solche Lieder singen und ob Musik tatsächlich Frieden stiften kann. In einer Abschlussrunde formulierten sie persönliche Gedanken wie: „Frieden beginnt für mich, wenn …“Nahtlos ging der Nachmittag in das Konzert über. Um 18 Uhr wurde die Kirche zum Klangraum für das Programm „Friedenslieder – ein Erzählkonzert“ der Gruppe Canta per la Pace. Seit mehr als zehn Jahren verbindet das Ensemble Musik mit historischen und gesellschaftlichen Einordnungen.

Das Programm spannte einen weiten musikalischen Bogen – von Liedern aus der Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs bis zu neueren Friedenssongs etwa von Georg Danzer, Udo Lindenberg und Robbie Robertson. Besonders eindrucksvoll war der fein abgestimmte Wechsel zwischen Musik und erzählender Moderation, der viele Zuhörende sichtbar berührte.
Die Wurzeln des Projekts reichen bis ins Jahr 2015 zurück, als das Programm im Rahmen der Friedensdekade entstand und kurz nach den Terroranschlägen von Paris erstmals aufgeführt wurde. Auch heute, in einer von globalen Krisen geprägten Zeit, traf das Anliegen spürbar den Nerv des Publikums.

Eine dichte und gemeinschaftliche Atmosphäre

Die Besucher waren ausdrücklich zum Mitsingen eingeladen; Texthefte lagen bereit. So entstand eine dichte, gemeinschaftliche Atmosphäre. Mit rund 100 Gästen war das Konzert gut besucht.
Am Ende stand ein durchweg positives Fazit: Die 36 Konfirmanden nahmen viele Impulse mit und zeigten spürbare Freude am gemeinsamen Arbeiten. Das Konzert setzte einen bewegenden musikalischen Schlusspunkt – leise, nachdenklich und zugleich ermutigend.

Johannes Drechsler, Pfarrverwalter i.A. und Diakon in der Kirchengemeinde An der Oste