Nach elf Jahren wandern die Friedensgebete von der Martinskirche in die Urlauberkapelle nach Duhnen. „Wir setzen das wöchentliche Beten fort – nur an einem neuen Ort“, betont Maike Selmayr. Den Wechsel erklärt sie mit einer Veränderung ihres Dienstauftrags: Ab dem 1. Juni 2026 widmet sich die Pastorin vollständig der Urlauberseelsorge. „Darum endet das Friedensgebet in der Martinskirche – nicht aber in Cuxhaven."
Friedensgebet als Antowrt auf gefühlte Ohnmacht
Selmayr blickt dankbar zurück: Gestartet seien die Gebete am 3. Juli 2015 „in einer vermeintlich ruhigeren Zeit“. Früh habe sie aus europäischen Gesprächen gespürt, wie sich die Weltlage zuspitzt – das Friedensgebet sei ihre Antwort auf Ohnmacht gewesen. „Ich wollte als Christin und Pastorin das tun, was ich tun kann: zum Gebet einladen.“
Später zog das Gebet in den Turm der Martinskirche
Im Laufe der Jahre hat sich die Form gewandelt: Anfangs saßen die Teilnehmenden mit Klappstühlen um den Taufstein, entzündeten Lichter und beteten traditionelle wie aktuelle Texte aus Materialien der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), von Brot für die Welt und aus dem ökumenischen Bereich. Später zog das Friedensgebet in den Turm der Martinskirche, der seit jeher dem Gedenken an Gefallene und auf See Verstorbene gewidmet ist. Während der Pandemie kehrte man in den Kirchraum zurück, um Abstände zu ermöglichen. 2020 sei der Kerzentisch in Gestalt der Lutherrose hinzugekommen, geschaffen von Paul‑Otto Gerdts. „Der persönliche Weg zur Kerze mit Musik hat vielen gutgetan“, sagt Selmayr.