Neuer Ort, gleiches Anliegen: Friedensgebete ziehen nach Duhnen um

Nachricht Kirchenkreis, 19. Mai 2026

Nach elf Jahren wandern die Friedensgebete von der Martinskirche in die Urlauberkapelle nach Duhnen. „Wir setzen das wöchentliche Beten fort – nur an einem neuen Ort“, betont Maike Selmayr. Den Wechsel erklärt sie mit einer Veränderung ihres Dienstauftrags: Ab dem 1. Juni 2026 widmet sich die Pastorin vollständig der Urlauberseelsorge. „Darum endet das Friedensgebet in der Martinskirche – nicht aber in Cuxhaven."

Friedensgebet als Antowrt auf gefühlte Ohnmacht

Selmayr blickt dankbar zurück: Gestartet seien die Gebete am 3. Juli 2015 „in einer vermeintlich ruhigeren Zeit“. Früh habe sie aus europäischen Gesprächen gespürt, wie sich die Weltlage zuspitzt – das Friedensgebet sei ihre Antwort auf Ohnmacht gewesen. „Ich wollte als Christin und Pastorin das tun, was ich tun kann: zum Gebet einladen.“

Später zog das Gebet in den Turm der Martinskirche

Im Laufe der Jahre hat sich die Form gewandelt: Anfangs saßen die Teilnehmenden mit Klappstühlen um den Taufstein, entzündeten Lichter und beteten traditionelle wie aktuelle Texte aus Materialien der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), von Brot für die Welt und aus dem ökumenischen Bereich. Später zog das Friedensgebet in den Turm der Martinskirche, der seit jeher dem Gedenken an Gefallene und auf See Verstorbene gewidmet ist. Während der Pandemie kehrte man in den Kirchraum zurück, um Abstände zu ermöglichen. 2020 sei der Kerzentisch in Gestalt der Lutherrose hinzugekommen, geschaffen von Paul‑Otto Gerdts. „Der persönliche Weg zur Kerze mit Musik hat vielen gutgetan“, sagt Selmayr.

Die Teilnahme sei unterschiedlich gewesen: Zunächst kamen drei bis zehn Menschen – Einheimische und Urlauber. Später stießen Konfirmandinnen und Konfirmanden hinzu, teils mit ihren Eltern; bis zu 30 Personen hätten eine intensive Gebetsgemeinschaft erlebt.

„Wir haben nicht aufgehört, Woche für Woche zu beten"

„Besonders voll war es nach dem Angriff auf die Ukraine am 24. Februar 2022. Die Martinskirche leuchtete in Blau und Gelb“, erinnert sie sich. Mit der Zeit habe sich ein fester Stamm von rund zehn Betenden gebildet, ergänzt durch Urlaubsgäste. „Wir haben nicht aufgehört, Woche für Woche zu beten – erst recht nicht seit dem 7. Oktober 2023.“

Ein besonderes Dankeschön an Corinna Buchhorn

Für Selmayr bleibt das Gebet zentral: „Unser Beten gibt denen eine Sprache vor Gott, die vor Leid und Angst verstummt sind. Gott hört – und wirkt Wege des Friedens, die wir oft erst später erkennen.“ Ihren besonderen Dank richtet sie an alle Mitbetenden – und an Corinna Buchhorn, „die das Friedensgebet verlässlich übernommen hat, wenn ich ortsabwesend war“.

"Sie sind weiterhin herzlich eingeladen"

Mit dem Umzug nach Duhnen wird die Tradition fortgesetzt und zugleich in die Urlauberseelsorge eingebettet. „Sie sind weiterhin herzlich eingeladen, mitzubeten – damit der Friede Jesu Christi in der Welt, in unserer Kirche und in unseren Herzen Raum gewinnt“, sagt Pastorin Maike Selmayr.

Auf einen Blick

  • Die Friedensgebete finden erstmals am Freitag, 3. Juli 2026, in der Urlauberkapelle am Robert-Dohrmann-Platz 3 in Cuxhaven-Duhnen statt. 
  • Von Juli bis August dauern die freitäglichen Friedensgebete in der Urlauberkapelle von 16.30 bis 17.15 Uhr, von September bis Juni von 18 bis 18.45 Uhr.
  • Weitere Informationen gibt es bei der Ev. Urlauberseelsorge Cuxhaven-Hadeln, Maike Selmayr, telefonisch erreichbar unter 04721/6642799. Wer sich schriftlich an die Pastorin wenden möchte, wähle diese digitale Anschrift: maike.selmayr@evlka.de

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