„Ich bin das Licht der Welt“ – Kinder machen Kirchen heller

Nachricht Cadenberge, 28. April 2026

Leonie weiß genau, was sie will. Flugs tupft die Achtjährige mit dem Schwamm bunte Farbkleckse auf die Leinwand. Die anderen Zweitklässler am Tisch machen begeistert mit. Mehr und mehr entsteht ein Bild, das schon bald einen von insgesamt zehn Altarräumen in der Gesamtkirchengemeinde Am Dobrock freundlich erhellen soll.

Eine Idee, die der Diakonin besonders am Herzen liegt

Imme Koch-Seydell lächelt zufrieden. Die Diakonin der Kirchenkreis-Region Mitte hat sich an diesem Morgen unter die Grundschulkinder von Cadenberge gemischt. Im Werkraum setzen die Mädchen und Jungen mit Fleiß, Fantasie und Freude eine Idee um, die ihr besonders am Herzen liegt.

Erinnerung an die Botschaft von Jesus Christus 

„Viele Altarräume bei uns wirken immer noch dunkel und wenig einladend für Kinder“, sagt die 58-Jährige. Dabei verkünde Jesus Christus doch das Gegenteil: „Ich bin das Licht der Welt.“ Und weiter: „Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern das Licht des Lebens haben.“

Dieses Wort aus dem Johannes-Evangelium hat Imme Koch-Seydell zu ihrem Lichtprojekt inspiriert. „Kinder müssen unsere Kirchen als freundliche Erlebnisräume wahrnehmen – und spüren, dass sie sie mitgestalten dürfen.“ Mehr als 100 Jungen und Mädchen aus vier Grundschulen – von der Freien Schule Oberndorf bis zu den Grundschulen Wingster Wald, Neuhaus und Cadenberge – arbeiten derzeit im Unterricht mit Feuereifer an ihren Bildern und knüpfen so auf ihre eigene Weise an die Idee der Diakonin an, die seit 1991 im Kirchenkreis Cuxhaven-Hadeln Akzente setzt.

Jungen und Mädchen für Projekt begeistert

Auch Kirsten Weidler, Regionslehrerin an der Grundschule Cadenberge, ist begeistert. Immer wieder gewinnt sie „ihre“ Kinder für das Thema. In den vergangenen Unterrichtsstunden ging es um Ostern, das Leben der Menschen zur Zeit Jesu und um das nahende Pfingstfest, das auf besondere Weise mit dem Motiv des Lichts verbunden ist.

"Jeder von euch kann auch selbst ein Licht sein"

An diesem Morgen sprechen die kleinen Künstler über natürliche Lichtquellen wie die Sonne oder eine Kerze – und darüber, wer oder was ihnen Wärme von innen schenken kann. „Wenn ich traurig bin, kommt meine Katze, und mir wird wieder warm ums Herz“, erzählt Felix. Andere berichten von Geschwistern oder Freunden, die sie aufrichten. „Aber jeder von euch kann auch selbst ein Licht sein“, gibt Kirsten Weidler der quirligen Schar mit auf den Weg, bevor es dann endlich in den Kunstraum geht.

„Ich mag Gott“, sagt Janna spontan, während sie die weiße Leinwand betupft, die auf einen Keilrahmen von 80 mal 80 Zentimetern gespannt ist. Leonie hört mit und meint: „Ich mag Malen.“ Schnell verlieren sich beide in ihrem kreativen Tun. Mit jedem Tupfer wächst das Bild weiter; Herz und Sonne sollen später dazukommen und alles zum Leuchten bringen. Zwei Bilder möchte Kirsten Weidler – an diesem Vormittag wieder tatkräftig unterstützt von Schulassistentin Inge Kapp – zur Aktion „Mehr Licht in unsere Altarräume“ beitragen. „Eine gute Sache“, findet die Pädagogin.

Auch Eltern sind herzlich willkommen

„Ich bin gespannt aufs Ergebnis“, verrät Imme Koch-Seydell. Bis Pfingsten müssen alle Werke abgegeben sein, anschließend werden sie zeitnah aufgehängt. Auch Eltern sollten sich die entstandenen Bilder nicht entgehen lassen. Eine laminierte Erklärtafel sowie ein Buch für die Eindrücke der Kirchenbesucher liegen dann bereit. „Ich freue mich auf die Resonanz“, sagt die Regionaldiakonin – und schaut zurück zu den Kindern.

Bald werden ihre Farben in den Altarräumen leuchten

Leonie, Janna und ihre Klassenkameraden lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Vertieft malen sie weiter. Bald werden ihre Farben in den Altarräumen leuchten – und vielleicht auch ein kleines bisschen in den Herzen derer, die sie betrachten.

Andreas Schoener, Referent für Öffenltichkeitsarbeit im Kirchenkreis Cuxhaven-Hadeln