Manchmal bedarf es einer besonderen Perspektive, um die entscheidenden Fragen des Lebens klarer zu sehen. Deshalb versammelten sich 35 Mitarbeitende der Hospizgruppe Cuxhaven jetzt im Havenhostel. Hoch über den Dächern der Stadt erlebten sie ein Wochenende voller intensiver Begegnungen und wertvoller Reflexionen.
Auch eine essentielle Frage der hospizlichen Begleitung
Umgeben von der ungewohnten Aussicht und unter der einfühlsamen Leitung der langjährigen Supervisorin Inge-Marlen Ropers widmeten sich die Teilnehmenden der Frage: Was bedeutet ein erfülltes Leben – Ausgangspunkt für einen intensiven Austausch und eine persönliche Auseinandersetzung mit einem Thema, das sowohl die eigene Biografie berührt als auch eine essentielle Frage für die hospizliche Begleitung darstellt.
Nachdenken über die Bedeutung eines erfüllten Lebens
Die Frage nach einem erfüllten Leben begleitet Menschen oft, besonders in der Trauer. In Traueransprachen wird häufig formuliert: „Sie (oder er) hatte ein erfülltes Leben!“ Doch was ist das genau – ein erfülltes Leben? Ist es wirklich möglich, auf ein solches zurückzublicken, auch wenn es von Schmerz und Schwierigkeiten geprägt war? Und wie können die Mitarbeitenden der Hospizgruppe jene begleiten, die mit ihrem eigenen Lebensweg hadern?
Intensive Auseinandersetzung mit Texten und Hörsequenzen
Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt des Fortbildungswochenendes. Die Teilnehmenden setzten sich intensiv mit Texten und Hörsequenzen aus Friedemann Schulz von Thuns Buch „Erfülltes Leben“ auseinander. Besonders die Konzepte der Wunscherfüllung, Sinnerfüllung, Daseinserfüllung und biografischen Erfüllung regten zur persönlichen Reflexion an. Was bedeutet es, sich selbst zu verwirklichen? Und wie verändert diese „Selbsterfüllung“ die eigene Sicht auf das Leben und die hospizliche Begleitung?
Miteinander häufig sehr persönlich und tiefgehend
Der Austausch unter den Teilnehmenden war häufig sehr persönlich und tiefgehend. So wurde nicht nur das Verständnis für die eigene Biografie, sondern auch das Miteinander innerhalb der Gruppe gestärkt. Dieser intensivere Austausch half, schwierige Begleitungssituationen besser nachzuvollziehen und künftig noch einfühlsamer zu begegnen.