Als der letzte Ton im weiten Kirchenschiff verklingt, brandet Applaus auf. Anna Scholl lächelt. Sie ist zufrieden. Die musikalische Begegnung mit ihrer „alten Freundin“, der wuchtigen Klapmeyer-Orgel von St. Nicolai in Altenbruch, hat die mehr als 120 Besucher auf den Bänken erfreut. Wiederhören gelungen.
Großes Engagement für die Kirchenmusik
Nach rund drei Jahren kehrte die Cembalistin und Dirigentin an einen Ort zurück, mit dem sie einst verbunden war: Von 2017 bis zum Herbst 2023 prägte sie als Kantorin und künstlerische Leiterin der Stiftung Historische Orgeln in Lüdingworth und Altenbruch das musikalische Leben entscheidend mit. Mit großem Engagement verantwortete sie dort die Kirchenmusik und entwickelte die renommierte internationale Orgelkonzertreihe Jahr für Jahr weiter.
Mit Leidenschaft und künstlerischer Tiefe
„Es fühlte sich gut an, wieder an dieser wunderbaren Orgel zu sitzen“, sagt Anna Scholl. Zum 20-jährigen Bestehen der Stiftung stellte die Organistin eindrucksvoll unter Beweis, warum sie zu den profiliertesten jungen Interpretinnen der Barockmusik zählt. Unter dem Titel „Von der Saale zur Elbe“ widmete sich die heute 35-Jährige mit Leidenschaft und künstlerischer Tiefe anspruchsvollen Werken von Samuel Scheidt, Franz Tunder und Johann Sebastian Bach.
"Viele Besucher an der Kirchenpforte haben sich gefreut"
Aber ein Wiederhören war es nicht allein am vergangenen Samstag in Altenbruch, sondern auch ein Wiedersehen. Und ein herzliches dazu. „Viele Besucher an der Kirchenpforte haben sich gefreut, mir nach all der Zeit erneut zu begegnen“, erzählt Anna Scholl. Und diese Freude, so macht sie deutlich, sei ganz gegenseitig gewesen. „Das war total schön“, erinnert sich Scholl und erzählt auch von den vertrauten Menschen aus ihrem damaligen Chor, die eigens gekommen seien, um sie zu hören und zu sehen. Gerade diese persönlichen Momente hätten dem Konzert in Altenbruch eine eigene Wärme verliehen und den Abend menschlich zu etwas ganz Besonderem gemacht.


