Wiederhören und Wiedersehen mit der „alten Freundin“ in Altenbruch

Altenbruch, 16. Juli 2026

Als der letzte Ton im weiten Kirchenschiff verklingt, brandet Applaus auf. Anna Scholl lächelt. Sie ist zufrieden. Die musikalische Begegnung mit ihrer „alten Freundin“, der wuchtigen Klapmeyer-Orgel von St. Nicolai in Altenbruch, hat die mehr als 120 Besucher auf den Bänken erfreut. Wiederhören gelungen.

Großes Engagement für die Kirchenmusik

Nach rund drei Jahren kehrte die Cembalistin und Dirigentin an einen Ort zurück, mit dem sie einst verbunden war: Von 2017 bis zum Herbst 2023 prägte sie als Kantorin und künstlerische Leiterin der Stiftung Historische Orgeln in Lüdingworth und Altenbruch das musikalische Leben entscheidend mit. Mit großem Engagement verantwortete sie dort die Kirchenmusik und entwickelte die renommierte internationale Orgelkonzertreihe Jahr für Jahr weiter.

Mit Leidenschaft und künstlerischer Tiefe

„Es fühlte sich gut an, wieder an dieser wunderbaren Orgel zu sitzen“, sagt Anna Scholl. Zum 20-jährigen Bestehen der Stiftung stellte die Organistin eindrucksvoll unter Beweis, warum sie zu den profiliertesten jungen Interpretinnen der Barockmusik zählt. Unter dem Titel „Von der Saale zur Elbe“ widmete sich die heute 35-Jährige mit Leidenschaft und künstlerischer Tiefe anspruchsvollen Werken von Samuel Scheidt, Franz Tunder und Johann Sebastian Bach.

"Viele Besucher an der Kirchenpforte haben sich gefreut"

Aber ein Wiederhören war es nicht allein am vergangenen Samstag in Altenbruch, sondern auch ein Wiedersehen. Und ein herzliches dazu. „Viele Besucher an der Kirchenpforte haben sich gefreut, mir nach all der Zeit erneut zu begegnen“, erzählt Anna Scholl. Und diese Freude, so macht sie deutlich, sei ganz gegenseitig gewesen. „Das war total schön“, erinnert sich Scholl und erzählt auch von den vertrauten Menschen aus ihrem damaligen Chor, die eigens gekommen seien, um sie zu hören und zu sehen. Gerade diese persönlichen Momente hätten dem Konzert in Altenbruch eine eigene Wärme verliehen und den Abend menschlich zu etwas ganz Besonderem gemacht.

Arbeit an historischen Orgeln in der Marktkirche in Halle

Nach einer Professurvertretung für das Hauptfach Orgel an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien hat Anna Scholl seit 2024 eine Stelle als Kantorin an der Marktkirche „Unser Lieben Frauen“ in Halle inne. Hier darf sie erneut an und mit historischen Orgeln arbeiten: zum einen an der Reichel-Orgel, auf der Georg Friedrich Händel einst das Orgelspiel erlernt hatte, zum anderen an der großen Orgel auf der Westempore, die Johann Sebastian Bach 1716 feierlich eingeweiht hatte.
„Historische Instrumente dieser Art sind einfach etwas Wunderbares“, erzählt Scholl. „Jedes von ihnen ist anders, und die Vielfalt der Klänge und Möglichkeiten ist großartig.“

„Die Begeisterung beim Konzert wirkt nach“

Auch Regina Kriebel, Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung Historische Orgeln in Altenbruch und Lüdingworth, wird den Besuch von Anna Scholl nicht so schnell vergessen. „Die Begeisterung beim Konzert wirkt nach“, sagt sie. Deshalb ist klar: Wiedersehen und Wiederhören mit Anna Scholl sind nicht ausgeschlossen.

Andreas Schoener, Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Cuxhaven-Hadeln

Jubiläumskonzerte

Die Konzertreihe zum 20-jährigen Bestehen der Orgelstiftung wird fortgesetzt. Die Termine im Einzelnen:

  • 25. Juli um 18 Uhr in St. Jacobi, Lüdingworth, mit Krzysztof Urbaniak
  • 26. August um 18 Uhr in St. Nicolai, Altenbruch, mit Ingo Duwensee
  • 27. August um 18 Uhr in St. Jacobi, Lüdingworth, mit Mari Fukumoto
  • 28. Dezember um 17 Uhr in St. Jacobi, Lüdingworth, Konzert bei Kerzenschein, mit dem Kammerchor Bremerhaven, Leitung Eva Schad, Orgel Eva Schad und Ingo Duwensee

Weitere Informationen bei Ingo Duwensee, nach dem Abschied von Anna Scholl seit Oktober 2023 künstlerischer Leiter der Stiftung Historische Orgeln in Altenbruch und Lüdingworth. Er ist telefonisch erreichbar unter diesen beiden Rufnummern: 04724 2048643 oder: 0174 9224703.