Verlässlich, kreativ, nah dran – Diakone im Kirchenkreis sind nicht ohne

Nachricht Kirchenkreis, 08. April 2026

Der Alltag eines Regionaldiakons beginnt selten nach Plan. Henning Elbers bereitet gerade in seinem Büro die Jugendgruppe für den Abend vor. Das Thema „Demokratie leben“ – spielerisch und altersgerecht. Und während er noch über Methoden nachdenkt, klingelt das Telefon: Eine Mutter bittet um Rat. Kurz darauf steht eine Jugendliche während ihrer Schulpause in der Tür, um etwas Persönliches zu besprechen. Der Tagesplan rückt erst einmal in den Hintergrund. „Gerade diese ungeplanten Begegnungen sind es, die unsere Arbeit prägen“, sagt Kirchenkreisjugenddiakon Matthias Schiefer. „Wenn junge Menschen von sich aus kommen, zeigt das, wie wichtig verlässliche Ansprechpartnerinnen und ‑partner sind.“

Teamarbeit und gegenseitige Vertretung gehören dazu

Diakonin Corinna Buchhorn meldet sich etwas später: Eine Jugendliche benötigt seelsorgerliche Begleitung. In der Region Mitte, besonders rund um Otterndorf, gestaltet Buchhorn als neue Kratt die Arbeit mit Kindern – mit Gruppenangeboten und Kindergottesdiensten. Teamarbeit und gegenseitige Vertretung gehören selbstverständlich dazu.

Im Gemeindehaus Cadenberge plant Regionaldiakonin Imme Koch-Seydell den nächsten Jugendgottesdienst. Mit Erfahrung, Kreativität und einem sensiblen Blick verbindet sie biblische Inhalte mit den Fragen junger Menschen.

"Hinter all dem steht eine breite fachliche Ausbildung"

Neben wöchentlichen Angeboten arbeitet sie eng mit Kindergärten und Grundschulen zusammen, für die sie regelmäßig Gottesdienste gestaltet. Auch größere Vorhaben wie ein Zirkusprojekt im Sommer gehören dazu – mit Eifer und Leidenschaft organisiert trotz halber Stelle. „Was viele auf den ersten Blick nicht sehen: Hinter all dem steht eine breite fachliche Ausbildung“, erklärt Schiefer weiter. Religionspädagogik und Soziale Arbeit greifen hier ineinander – von Seelsorge über Pädagogik und Psychologie bis hin zu rechtlichen und gesellschaftlichen Fragen.

In der neu fusionierten Kirchengemeinde An der Oste baut Regionaldiakonin Ruth Wiarda mit und mit ihre Netzwerke auf: zu Schulen, Gemeinde, Kommune, Verbänden und Gemeindegliedern. Sie plant Trainee-Kurse und Kinderfreizeiten und bringt neue Ideen ins Team ein, etwa eine neu ins Programm aufgenommene Gedenkstättenfahrt.
Auch vor ihrem offiziellen Dienstantritt war die junge Frau bereits aktiv: Im Gemeindehaus von Basbeck baute sie vor dem Weihnachtsfest 2025 mit Kindern klebrige Lebkuchenhäuser.

Gruppenangebote sind mittlerweile etabliert

In Lamstedt ist Marina Holsten seit vielen Jahren eine feste Größe. Als religionspädagogische Fachkraft prägt sie die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Sommerfreizeiten, Trainee-Kurse, Konfirmandenarbeit und Gruppenangebote sind etabliert und weit über die Region hinaus bekannt. Gemeinsam mit Ruth Wiarda hat sie den Jugendkreuzweg in der Region Ost erfolgreich auf die Straße gebracht.

Auch in Altenwalde zeigt sich die Vielfalt der Arbeit: Diakonin Silke Marx ist mit jeweils 50 Prozent Stellenanteil in zwei Kirchengemeinden tätig. Konfirmandenunterricht, musikalische Angebote, Ferienprogramme, besondere Gottesdienste und die Mitarbeit beim Deichcamp erfordern eine hohe Koordinationsfähigkeit.

Besondere Herausforderungen im städtischen Raum

In der Cuxhavener Innenstadt, insbesondere rund um die Martinskirche, arbeitet Diakonin Helga Skrandies-Brihmani. Mit halber Stelle konzentriert sie sich auf die Konfirmandenarbeit, begleitet jugendliche Ehrenamtliche und entwickelt neue Beteiligungsformen. Ihre langjährige Erfahrung in der Stadtteilarbeit prägt den Blick auf die besonderen Herausforderungen des urbanen Umfelds. „Arbeitsweisen müssen sich ständig an neue Lebensrealitäten anpassen“, betont Schiefer. „Das ist kein Zusatz, sondern Voraussetzung für gute Arbeit – gerade im städtischen Raum.“

Am Strichweg 40a in Cuxhaven sitzt der Evangelische Kirchenkreisjugenddienst. Hier koordiniert Kirchenkreisjugenddiakon Matthias Schiefer die Arbeit der Evangelischen Jugend auf Kirchenkreisebene. Dazu gehören unter anderem Gremienarbeit, Bildungsangebote, Schulungen für Jugendleiter, das Deichcamp, eine große Auslandsjugendfreizeit, die jährliche Glaubensreise nach Taizé sowie eine Silvesterfreizeit für Ehrenamtliche.
Zum Team der Diakoninnen und Diakone im Kirchenkreis gehören außerdem Annette Henning-Sommer als freigestellte Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, Martin Struwe als Leiter der Seemannsmission und Jörg Peters, der die Hospizgruppe Cuxhaven bei der Diakonie Cuxland leitet.

"Heute schon Herausforderung, Schatz und Gewinn"

Kinder und Jugendliche sind dabei mehr als eine Zielgruppe, unterstreicht Schiefer. „Sie sind nicht nur die Zukunft der Kirche, sondern schon heute Herausforderung, Schatz und Gewinn zugleich.“ Die Arbeit richte sich immer wieder neu an ihrer Lebenswelt aus. Was in Gruppen, Freizeiten und Begegnungen entstehe, hinterlasse Spuren – „Bilder, Geschichten und Emotionen auf der Pinnwand des Lebens.“