Cadenberge: Wo Erinnerung wurzelt und Zukunft wächst

Nachricht Cadenberge, 05. November 2026

Mehr Schatten, ein Boden, der Wasser besser speichert, und zusätzliche Lebensräume für Pflanzen und Tiere: Auf dem Friedhof an der Stader Straße will die Kirchengemeinde St. Nicolai Cadenberge einen Beitrag dazu leisten, die Folgen des Klimawandels vor Ort abzumildern. Dafür kann sie 20.000 Euro aus dem Förderprojekt „Natürlicher Klimaschutz in Kirchengemeinden“ erhalten. Die mögliche Fördersumme möchte die Gemeinde vollständig ausschöpfen; hinzu kommt ein Eigenanteil der Kirchengemeinde von zehn Prozent.

Einzige Gemeinde im Kirchenkreis

St. Nicolai gehört zu sechs Kirchengemeinden, die in der ersten Förderrunde von Herbst 2026 bis Herbst 2027 bei der naturnahen Gestaltung ihrer Friedhöfe unterstützt werden. Weitere sechs folgen von 2027 bis 2028. Beworben hatten sich 68 Kirchengemeinden; die Auswahl erfolgte per Los. Im Kirchenkreis Cuxhaven-Hadeln ist St. Nicolai die einzige Gemeinde, die den Zuschlag erhalten hat.

Besser auf Hitze und Trockenheit vorbereiten

Mit dem Geld sollen vor allem bislang ungenutzte Flächen ökologisch aufgewertet werden. Dabei geht es um mehr als zusätzliche Blüten und frisches Grün: Das Gelände soll besser auf Hitze und Trockenheit vorbereitet werden. So kann der Friedhof neben seiner Bedeutung als Begräbnis- und Erinnerungsort auch als Naturraum gestärkt werden.

Pastor Matthias Hövelmann ist begeistert: "Wir werden es kräftig wachsen und blühen lassen." Foto: Schoener

Pastor Matthias Hövelmann freut sich über die Zusage. „Wir werden den Naturraum Friedhof mit dem Leben verbinden und es kräftig blühen und wachsen lassen“, sagt er. Dass die Gemeinde an dem Programm teilnehmen kann, schreibt er vor allem dem Engagement von Ramona Gooß zu. "Sie wird das Projekt zum Erfolg führen", ist Hövelmann felsenfest überzeugt.

Ausgewählte Bereiche

Die langjährige Friedhofsgärtnerin und Verwaltungskraft habe sich dafür eingesetzt, die Unterstützung nach Cadenberge zu holen. Nun können ausgewählte Bereiche des weitläufigen Geländes, das Platz für insgesamt 2500 Grabstätten bietet, neu gestaltet werden.

Boden soll mehr Wasser speichern können

„Das ist schon eine tolle Sache“, unterstreicht Gooß. Ihr Augenmerk gilt besonders den brachliegenden Flächen, die in heißen Sommern leicht austrocknen. Dort soll der Boden künftig mehr Wasser zurückhalten können. „Wir wollen die natürlichen Bodenfunktionen auf jeden Fall wieder stärken“, erläutert sie. Zugleich sollen abwechslungsreiche Pflanzungen mehr Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bieten.

Katzenminze und Fetthenne auf dem Zettel

Bei der Planung zählt allerdings nicht allein, welche Gewächse sich für die jeweiligen Standorte eignen. Auch die spätere Pflege müsse bedacht werden. Bäume könnten mit ihren Kronen zwar Schatten spenden, erforderten aber auch zusätzlichen Pflegeaufwand, gibt Gooß zu bedenken. Für andere geeignete Bereiche zieht sie Pflanzungen mit blühenden Stauden wie Katzenminze und Fetthenne in Betracht. Entscheidend ist für die Fachkraft, den ökologischen Nutzen und den späteren Pflegeaufwand gemeinsam im Blick zu behalten.

Unterstützung der Landeskirche eingeplant

Welche Maßnahmen an welchen Stellen sinnvoll sind, soll bei einem Ortstermin mit Astrid Lahmann besprochen werden, der noch für diese Woche vorgesehen ist. Die Referentin im Team Umweltschutz der Evangelischen Agentur der Landeskirche Hannovers begleitet und berät die teilnehmenden Kirchengemeinden bei der naturnahen Gestaltung ihrer Friedhöfe. Für die Umsetzung des Projekts hat St. Nicolai ein Jahr Zeit.

Andreas Schoener, Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Cuxhaven-Hadeln

Natürlicher Klimaschutz

Das Projekt „Natürlicher Klimaschutz in Kirchengemeinden“ unterstützt Gemeinden dabei, ihre Grundstücke naturnäher zu gestalten. Es verbindet den Schutz der biologischen Vielfalt mit der Anpassung an die Folgen des Klimawandels.

Finanziert wird das Förderprojekt gemeinsam vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und der Evangelischen Agentur.

Zur Auswahl stehen zwei Teilprojekte: „Bäume und Sträucher für Kirchengemeinden“ sowie „Naturoasen auf kirchlichen Friedhöfen“. Für die Gestaltung solcher Naturoasen können Gemeinden eine Förderung von 20.000 Euro erhalten. Hinzu kommt ein Eigenanteil der jeweiligen Kirchengemeinde in Höhe von zehn Prozent.

Beim Teilprojekt für Friedhöfe werden insgesamt zwölf Kirchengemeinden unterstützt: sechs von Herbst 2026 bis Herbst 2027 und weitere sechs von 2027 bis 2028. Die Auswahl unter den 68 Bewerbungen erfolgte per Los.