Was bleibt?
Ein Kirchentag ist zu Ende. Die Pavillons sind abgebaut, die Bühnen verstummt, die Wege leeren sich. Und doch bleibt etwas. Vielleicht ist das sogar die wichtigste Frage zum Schluss: Was nehmen wir mit? Was bleibt von diesen Tagen an der Elbe?
Für die Diakonie bleibt mehr als eine gelungene Veranstaltung.
In den Begegnungen, Workshops und Teambildungsmodulen ist etwas entstanden, das weiterwirken kann. Menschen haben miteinander gearbeitet, einander zugehört, Vertrauen aufgebaut und neue Formen der Zusammenarbeit erprobt. Vieles davon endet mit dem Elbekirchentag nicht. Die entwickelten Module, Ideen und Erfahrungen können auch künftig an anderen Orten und in anderen Zusammenhängen eingesetzt werden. Was hier gewachsen ist, kann weitergetragen werden.
Für die Musikgruppen bleibt ein großer Klang der Begegnung.
Bläserinnen und Bläser, Sängerinnen und Sänger, Bands und Projektensembles haben nicht nur gemeinsam musiziert, sondern auch Gemeinschaft erlebt. Neue Kontakte sind entstanden, Netzwerke gewachsen. Gerade die Projektchöre und offenen musikalischen Formate weisen in die Zukunft: Menschen kommen zusammen, bringen ihre Begabungen ein und schaffen etwas, das größer ist als die Summe seiner Teile. Es bleibt ein großer Klang von Weite und Hoffnung, der weit über diese Tage hinaus nachhallen wird.
Und für die Besucherinnen und Besucher?
Vielleicht helfen uns die Blautöne, die diesen Kirchentag begleitet haben, um zu beschreiben, was bleibt:
Da ist das helle Blau der Segensdusche – die Erfahrung, dass Spiritualität nicht nur gedacht, sondern erlebt werden kann; überraschend, berührend und unmittelbar.
Da ist das tiefe Blau des Wassers und der Elbe – ein Anstoß, sorgsamer mit der Schöpfung umzugehen und Nachhaltigkeit nicht nur zu fordern, sondern im eigenen Leben einzuüben.
Da sind die vielen Schattierungen von Blau, die sich miteinander verbinden und doch ihre Eigenart behalten – ein Bild für Vielfalt und Miteinander, für eine Kirche und Gesellschaft, in der Unterschiedlichkeit nicht trennt, sondern bereichert.
Und da ist das Blau des weiten Himmels über uns – ein Zeichen für die Hoffnung, die weiter reicht als unsere Möglichkeiten, und für Gottes Zukunft, die uns entgegenkommt.
Kerstin Tiemann, Superintendentin des Kirchenkreises Cuxhaven-Hadeln