Die Kreuze sind zurück: Ein Zeichen für Menschenwürde und Vielfalt

Nachricht Otterndorf, 26. August 2026

Der Ärger war groß – die Freude ist es nun umso mehr: Ein Jahr nachdem unbekannte Vandalen die „Kreuze ohne Haken“ an der St.-Severi-Kirche in Otterndorf beschmiert hatten, sind sie wieder sichtbar. Frisch gereinigt und neu gestaltet, unterstreichen diese Kreuze erneut, wie wichtig ein Eintreten für Menschenfreundlichkeit, Respekt und Vielfalt ist.

Ohne Vorurteile und mit Achtung

Die mutwillige Beschädigung hatte Pastorin Franziska May, Pastor Axel Scholz und den gesamten Kirchenvorstand seinerzeit tief getroffen. Sie verstanden diesen Vandalismus als Angriff auf eine Überzeugung, die zum Kern kirchlichen Handelns gehört: allen Menschen ohne Vorurteile und mit Achtung zu begegnen und für eine offene Gesellschaft einzustehen.

Ein sichtbares Zeichen 

Die bundesweite Initiative „Kreuze ohne Haken“ setzt seit Jahren ein sichtbares Zeichen gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus und findet inzwischen an vielen Orten Nachahmer. Nicht nur in Kirchengemeinden.

Die verschmierten Kreuze abgeschliffen

Karin Ottens-Spargel und Doris Henningson vom Cuxhavener Bündnis „Omas gegen Rechts“ haben die verschmierten Kreuze abgeschliffen und mit frischer Farbe neu gestaltet. „Kirche muss sich auch klar positionieren“, erklärt Karin Ottens-Spargel die Bedeutung der Aktion. „Es geht um Menschenwürde“, ergänzt Doris Henningson.

"Dokumentieren, wofür wir stehen"

„Jesus war Jude und musste schon als Kind mit seinen Eltern Zuflucht in Ägypten suchen“, schlägt Pastor Axel Scholz eine theologische Brücke von der Bibel in die Gegenwart. Was liege da näher, als sich für Vielfalt einzusetzen? Hilke Sackmann-Söhle, stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstands von St. Severi, teilt diese Überzeugung: „Wir müssen dokumentieren, wofür wir stehen.“
Auch Pastorin Franziska May bezieht mit Blick auf die damals angezeigten unbekannten Täter klar Stellung: „Man kann nicht Christ sein und dem Rassismus frönen – das schließt sich aus.“

In Kürze werden sie wieder zu sehen sein

Rechtzeitig zur "Langen Nacht der Kultur" am kommenden Freitag sollen die  Kreuze wieder an der Otterndorfer Kirche zu sehen sein. Was beschädigt wurde, ist damit nicht einfach nur instandgesetzt. Es ist als sichtbares Bekenntnis zurückgekehrt: gegen Menschenfeindlichkeit und für eine Gemeinschaft, in der die Würde jedes Menschen höchstes Gut ist.

Andreas Schoener, Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Cuxhaven-Hadeln