Viel Frische, Freude und Freiheit: Ruth Wiarda als Diakonin eingesegnet

Nachricht Hecthausen, 07. Februar 2026

„Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.“ Nicht zufällig hat sich Ruth Wiarda dieses Psalmwort für ihre Einsegnung ausgesucht. Es fasst ihre Glaubens- und Lebenserfahrung treffend zusammen. „Glaube ist nichts, was einengt, sondern etwas, das weitet“, bringt Regionalbischöfin Sabine Preuschoff in ihrer Predigt in Hechthausen auf den Punkt, was die 30-Jährige seit ihrer Jugend im Herzen antreibt.

Ein Gespür für Kinder und Jugendliche 

Es ist ein besonderer Moment für Ruth Wiarda, für die Kirchengemeinde St. Marien und für die Kirchenkreisregion Ost: Eine Religionspädagogin aus dem brandenburgischen Jüterbog wird im hohen Norden eingesegnet – eine junge Mitarbeiterin, die Lebensfreude ausstrahlt, neue Ideen mitbringt und ein Gespür für Kinder und Jugendliche hat. Das bewies Ruth Wiarda – seit November vergangenen Jahres im Dienst – schon mehrfach, etwa beim Lebkuchenhausbau mit Kindern in Basbeck oder beim Faschingsgottesdienst vor ihrer Einsegung, als sie im Bienenkostüm durch die Marienkirche wirbelt.

"Die Mauern verschwinden nicht von allein"

In ihrer Predigt nimmt Preuschoff das Bild vom Überwinden der Mauern auf und vertieft es. Der Psalm spreche nicht nur von Freiheit, sondern auch von Mauern, die uns begegneten – Mauern der Angst, der Bedrohung, der Ausweglosigkeit, an denen Träume oft abbrechen. „Die Mauern verschwinden nicht von allein“, sagt Preuschoff, „sie können nicht aus eigener Kraft eingerissen werden.“

Doch mit Gott eröffnen sich wunderbare neue Perspektiven: Kraft, Mut und Beweglichkeit wachsen – und damit die Freiheit, über das hinauszugehen, was man sich selbst zutraut. 
„Gott ist kein Grenzbeamter“, betont Sabine Preuschoff, „sondern ein Wegbegleiter, der zutraut, Freiräume eröffnet und Menschen ernst nimmt in ihrer Verantwortung.“ Es sei eine Beziehung zu diesem Gott, die Ruth Wiarda anstrebe – ein Gott, der mitgehe, der mitten im Leben stehe und ermutige, den nächsten Schritt zu wagen – manchmal tastend, manchmal springend.

"Ich darf sein. Ich darf wachsen. Ich bin nicht allein"

Diese Erfahrung wolle Ruth Wiarda weitergeben, besonders an Kinder und Jugendliche: „Kirche ist ein Ort, an dem Menschen erleben: Ich werde gesehen. Ich darf sein. Ich darf wachsen. Ich bin nicht allein.“

So fügt sich der Gottesdienst an diesem Tag zusammen – Pastorin Christiana Kleingeist predigt über das Gleichnis vom Sämann und erinnert die Gemeinde daran, dass Kirche nicht von Erfolgen lebt, "sondern vom Samen, den wir ausstreuen – durch Worte, Taten, Begleitung und Zeit füreinander".
Ruth Wiarda bringe genau diese Begeisterung mit: die Lust am Gestalten und die Neugier auf das, was kommt. Sie dürfe nun selbst „Samen ausbringen“ – bewährte und neue Samen, begleitet von Geduld und Vertrauen auf Gottes Wachstum.

Mit dem Samen des Glaubens und der Hoffnung

Und so wird das Bild des Sämanns auch in der Einsegnung sichtbar: Ruth Wiarda als neue Diakonin wird „gesät“ in der Gemeinde und übernimmt künftig das Pflanzen mit dem Samen des Glaubens und der Hoffnung.
Musikalisch getragen von den Stücken der Gruppe „Horizont“ und von der feierlichen Einsegnung gekrönt, begrüßt Superintendentin Kerstin Tiemann hernach Ruth Wiarda aufs Herzlichste. „Du bist richtig hier“, sagt die leitende Kirchenfrau und wünscht der 30-Jährigen Neugierde, Gelassenheit und viele gute Begegnungen in ihrem neuen Lebensabschnitt.

Das Lächeln von Ruth Wiarda spricht für sich

Nach dem Gottesdienst gibt es im Gemeindehaus viele Geschenke und noch mehr gute Wünsche. Ihr Ehemann Tileman nimmt sie in den Arm. Ruth Wiarda lächelt immer wieder. Sie ist glücklich. Sie ist angekommen.

Andreas Schoener, Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Cuxhaven-Hadeln