„Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.“ Nicht zufällig hat sich Ruth Wiarda dieses Psalmwort für ihre Einsegnung ausgesucht. Es fasst ihre Glaubens- und Lebenserfahrung treffend zusammen. „Glaube ist nichts, was einengt, sondern etwas, das weitet“, bringt Regionalbischöfin Sabine Preuschoff in ihrer Predigt in Hechthausen auf den Punkt, was die 30-Jährige seit ihrer Jugend im Herzen antreibt.
Ein Gespür für Kinder und Jugendliche
Es ist ein besonderer Moment für Ruth Wiarda, für die Kirchengemeinde St. Marien und für die Kirchenkreisregion Ost: Eine Religionspädagogin aus dem brandenburgischen Jüterbog wird im hohen Norden eingesegnet – eine junge Mitarbeiterin, die Lebensfreude ausstrahlt, neue Ideen mitbringt und ein Gespür für Kinder und Jugendliche hat. Das bewies Ruth Wiarda – seit November vergangenen Jahres im Dienst – schon mehrfach, etwa beim Lebkuchenhausbau mit Kindern in Basbeck oder beim Faschingsgottesdienst vor ihrer Einsegung, als sie im Bienenkostüm durch die Marienkirche wirbelt.
"Die Mauern verschwinden nicht von allein"
In ihrer Predigt nimmt Preuschoff das Bild vom Überwinden der Mauern auf und vertieft es. Der Psalm spreche nicht nur von Freiheit, sondern auch von Mauern, die uns begegneten – Mauern der Angst, der Bedrohung, der Ausweglosigkeit, an denen Träume oft abbrechen. „Die Mauern verschwinden nicht von allein“, sagt Preuschoff, „sie können nicht aus eigener Kraft eingerissen werden.“