Krankenhausseelsorge geschieht oft im Stillen: am Bett eines schwerkranken Menschen, in Gesprächen voller Hoffnung und Angst, in Momenten, in denen Worte fehlen. Über 20 Jahre lang war Burkhard Schmidt als Krankenhausseelsorger für den Kirchenkreis Cuxhaven-Hadeln tätig. Kurz vor seinem Ruhestand blickt er zurück auf prägende Begegnungen – und darauf, was Seelsorge heute und in Zukunft braucht.
Herr Schmidt, gibt es einen Moment aus Ihrer Arbeit, der Sie besonders berührt hat?
Da gibt es einige. Besonders berührend ist für mich immer wieder, welche Wirkung ein offenes Ohr, ein Gebet oder ein Segen haben kann – und wie viel Vertrauen Patientinnen und Patienten mir entgegenbringen. Ein Beispiel: Ein Patient auf der Intensivstation wusste, dass es kaum Hoffnung für ihn gab. Nach einem intensiven Gespräch bat er mich um einen Segen. Als ich ihn am nächsten Tag wieder besuchte, saß er strahlend auf der Bettkante – sein Zustand hatte sich deutlich verbessert. Woran auch immer das gelegen hat: Für ihn war es ein Wunder.
Was hat Sie in die Krankenhausseelsorge geführt – und was fasziniert Sie daran bis heute?
Nach meiner Zeit als Jugenddiakon suchte ich ein neues Arbeitsfeld. Seelsorge gehörte schon immer zu meinen Gaben. In der Klinischen Seelsorgeausbildung wollte ich prüfen, ob dieses Feld zu mir passt – und danach war klar: Das möchte ich machen. Cuxhaven war die nächste ausgeschriebene Stelle, und ich bin froh, dass es geklappt hat. Was mich bis heute fasziniert, ist die Wirkung einer Gesprächshaltung, die den Menschen konsequent ins Zentrum stellt. Oft höre ich einfach aufmerksam zu – und bekomme die Rückmeldung, dass das Gespräch gutgetan hat. Das motiviert mich und gibt Kraft.