Mit Philipp Manthey hat der Kirchenkreis Cuxhaven-Hadeln einen neuen Krankenhausseelsorger. Der 30-Jährige bringt für diese Aufgabe viel Erfahrung und eine offene, zugewandte Haltung mit. Im Gespräch berichtet er, was ihn an der Krankenhausseelsorge bewegt und was ihm in der Begleitung von Menschen in Ausnahmesituationen besonders wichtig ist.
Was hat Sie persönlich dazu bewegt, sich auf die Krankenhausseelsorge im Kirchenkreis Cuxhaven-Hadeln zu bewerben?
Philipp Manthey: Ich bin überzeugt, dass es unsere Aufgabe als Kirche und als Christen ist, zu den Menschen hinzugehen – nicht zu warten, bis sie zu uns kommen. Gerade in Situationen, in denen nichts mehr selbstverständlich ist, in Momenten, in denen Ängste das Leben bestimmen. In meiner früheren Tätigkeit habe ich oft Seeleute im Krankenhaus besucht. Diese Erfahrungen sind der Grund, weswegen ich in der Krankenhausseelsorge arbeiten möchte: Um mit Menschen unterwegs zu sein, sie sowohl in ihrem Leid als auch in Momenten der Heilung zu begleiten. Seelsorge im Krankenhaus ist Seelsorge am ur-eigensten Ort der Kirche.
Welche Erfahrungen möchten Sie in diese neue Aufgabe besonders einbringen?
Manthey: Ich bin ein Freund der aufsuchenden Arbeit. Bei Patientinnen und Patienten, Angehörigen und beim Klinikpersonal. Ich möchte präsent sein, ansprechbar, ein Angebot unterbreiten. Außerdem bin ich ein Freund praktischer Hilfe. Bei Besuchen von Seeleuten im Krankenhaus habe ich oft Snacks aus ihrer Kultur mitgebracht, damit etwas Vertrautes da ist. Oder eine SIM-Karte, um Kontakt zu den Angehörigen zu halten. Die Liste ist lang. Praktisch schauen: Was ist gerade dran? Das konnte ich hier im Krankenhaus auch schon anwenden.
Was ist Ihnen wichtig, wenn Sie einem Menschen im Krankenhaus zum ersten Mal begegnen?
Manthey: Oft ist die Reaktion: „Seelsorge? Bloß nicht." Das kann ich verstehen. Man verbindet Seelsorge oft mit „Oh, es geht mir wohl schlecht" oder „Jetzt erzählt der mir von der Bibel". Manchmal können sie gar nichts damit anfangen. Mir ist wichtig, dass ich mich vorstelle. Oft merken die Menschen dann, dass ich vielleicht anders bin, als sie sich das vorgestellt haben. Die Menschen sollen wissen, dass sie mir wichtig sind.
Wie prägen Ihre bisherigen Stationen, etwa in der Seemannsmission, Ihren Blick auf die Krankenhausseelsorge?
Manthey: Das Erste, was mir einfällt: Allein sein ist blöd. Seeleute sind meist weit weg von Familie, Freunden, Vertrautem. Ja, es gibt Phasen, da kann Alleinsein Kraft bringen, und manchmal will man (noch) nicht über bestimmte Punkte sprechen. Das akzeptiere ich. Aber Verlässlichkeit spielt eine große Rolle. Wenn es irgendwann so sein sollte, dass sie sprechen möchten, ist mir wichtig, dass sie wissen: „Da ist ja jemand." Gleichzeitig sind Menschen unterschiedlich. Ich habe in der Seelsorge und im PSNV-Bereich erlebt, dass es keine „Schablone" gibt. Und keine Schublade. Jeder ist eine einzigartige Persönlichkeit. Diesen Blick möchte ich nie verlieren.