Zum Gedenken an die Reichspogromnacht verbindet eine Veranstaltung am Montag, 9. November 2026, in Hemmoor die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus mit der Auseinandersetzung über heutigen Rechtsextremismus. Im Mittelpunkt steht ein Psychothriller über die Entstehung radikalen Denkens – und die Verantwortung von Familie und Gesellschaft.
Wie entsteht rechtsextremes Denken? Und was geschieht, wenn junge Menschen in einem Umfeld aufwachsen, das von Hass und Ausgrenzung geprägt ist? Mit diesen Fragen setzt sich die szenische Lesung „ICH, die Finsternis!“ auseinander. Sie beginnt am Montag, 9. November, um 19.30 Uhr in der Kapelle an der St.-Michaelis-Kirche in Hemmoor, Ortsteil Basbeck. Bereits um 19 Uhr lädt Pastorin Martina Wüstefeld zu einer Gedenkandacht ein. Der Eintritt ist frei.
Ein fiktiver Psychothriller mit realen Vorbildern
Im Zentrum des Romans steht ein 18-Jähriger, der in einer völkisch geprägten Familie aufwächst und zunehmend mit seinem Geschichtslehrer in Konflikt gerät. Autor Carsten Degenhardt hat sich fast fünf Jahre lang mit völkischen Gemeinschaften beschäftigt. Seine Recherchen flossen in einen fiktiven Psychothriller ein, dessen Ideologie und Argumentationsmuster auf realen Vorbildern beruhen.
Bengta Brettschneider, Sascha Langbehn und Julia Patjens lesen
Die Lesung mit Bengta Brettschneider, Sascha Langbehn und Julia Patjens zeigt, wie radikale Weltbilder entstehen und welche Rolle das persönliche Umfeld dabei spielt. Zugleich wirft sie Fragen auf: Wie lassen sich junge Menschen erreichen? Und wann wird aus Ausgrenzung eine Gefahr für andere?


