Elbekirchentag endet mit starkem Bild von Gemeinschaft und Hoffnung

Nachricht Otterndorf, 22. Juni 2026

140 Meter lang zog sich am Samstagabend die „Blaue Tafel“ durch die Otterndorfer Innenstadt. Mehr als 200 Gäste kamen ins Gespräch, teilten Essen, Gedanken und Erinnerungen. Mittendrin Landesbischof Ralf Meister, der für Tischrede und Gebet sogar auf eine Bierbank steigen musste, damit er überall gesehen wurde. Unter dem Motto „Mee(h)r Blau-Töne“ wurde Gemeinschaft nicht nur beschrieben, sondern konkret erfahrbar.

"Blaue Tafel" ein Gemeinschaftswerk

Nach der Eröffnung an der Seebühne am Freitagabend und einem Samstag voller Begegnungen, Diskussionen und kultureller Angebote bildete die „Blaue Tafel“ den Höhepunkt des Elbekirchentag-Wochenendes. Vertreterinnen und Vertreter aus allen Kirchengemeinden des Kirchenkreises Cuxhaven-Hadeln hatten in der historischen Altstadt die Tische mit selbstgemachten Köstlichkeiten bestückt. Superintendentin Kerstin Tiemann zeigte sich erfreut über das tatkräftige Miteinander.

Auch der Landesbischof probierte gern die Speisen

Landesbischof Ralf Meister nahm sich reichlich Zeit für Gespräche und probierte gern Speisen aus der Region und aus der lettischen Partnergemeinde Sloka, die mit einer Abordnung angereist war. Als Erinnerung erhielt der Gast aus Hannover von Tiemann einen „Elbi“, kuscheliges Maskottchen des Elbekirchentages.

Glauben, Gemeinschaft und Hoffnung geteilt

Als Kreiskantor Christian Müller am Ende des Abends „Der Mond ist aufgegangen...“ anstimmte, sangen alle mit. Dieser Moment wurde zum Sinnbild des Wochenendes: Menschen unterschiedlicher Herkunft teilten Glauben, Gemeinschaft und Hoffnung.

Einen festlichen und zugleich nachdenklichen Schlusspunkt setzte am Sonntag der multimediale Abschlussgottesdienst in der St.-Severi-Kirche. Unter dem Motto „Aus der Tiefe leben – mit Hoffnung in die Weite gehen“ war das Innere des Gotteshauses in blaues Licht getaucht: "Me(e)hr Blautöne".

Blaue Tücher wie ein Wasserlauf ausgelegt

Im vorderen Altarraum stand eine blaue Glasschale mit Wasser, von der blaue Tücher wie Wasserläufe ausgingen – ein starkes Bild von Tiefe und Weite. Die ausgefeilte Liturgie griff dieses Leitmotiv immer wieder auf – vom Klang des Wassers bis zur Vision des fließenden Stroms. „Wie Wasser weiterfließt, so fließt Gottes Geist mit uns.“

Regionalbischöfin Sabine Preuschoff verband in ihrer Predigt diesen Gedanken mit einer Erfahrung, die weit über Gottesdienst und Elbekirchentag hinausweist: Hoffnung beginne oft im Kleinen – in Begegnungen, Gesprächen oder einem Menschen, der zuhört. 
Damit knüpfte sie an das an, was die Tage in Otterndorf ausgemacht hat: Gemeinschaft entsteht dort, wo Dialog gelingt. Es braucht Menschen, die Brücken bauen statt Mauern, zuhören statt vorschnell urteilen und Menschlichkeit stärker werden lassen als Angst

"Was wir mitnehmen, passt in keine Tasche"

Was nach diesem Elbekirchentag bleibt, lasse sich nicht festhalten oder verstauen, betonte Superintendentin Kerstin Tiemann am Sonntag, hörbar bewegt und dankbar: „Was wir mitnehmen, passt in keine Tasche. Nicht in Koffer. Nicht in Programme. Nicht in Fotos.“ Es sei Vertrauen, Begegnung, Zuversicht und ein „Klang von Weite“.

Andreas Schoener, Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Cuxhaven-Hadeln

Die nächste Station

Der Elbekirchentag wird seit seiner Gründung 2008 im sächsischen Coswig bei Meißen alle zwei Jahre an einem anderen Ort an der Elbe begangen. Im Sommer 2028 wird das große Glaubensfest im evangelischen Kirchenkreis Torgau in Nordsachsen gefeiert. Superintendent Dr. Christoph Gramzow und sein Team haben mit den Vorbereitungen bereits begonnen.

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