„Kirche ist dort stark, wo sie nahe bei den Menschen bleibt“ – mit diesem Gedanken hat Superintendentin Kerstin Tiemann ihren Ephoralbericht vor der Kirchenkreissynode überschrieben – und damit eine Haltung untermauert, die sich durch alle Themen des Jahres zieht.
Vor allem ein Bericht über Menschen, die bleiben
Es ist ein Bericht über Veränderungen, der da in Cadenberge zu hören ist. Ein Bericht über Zahlen, die zurückgehen. Über Strukturen, die sich bewegen. Aber vor allem ist es ein Bericht über Menschen, die bleiben: in der Kirche, in der Verantwortung füreinander, im Engagement für andere.
Zahl der Kirchenaustritte nahezu halbiert
Zwar ist die Zahl der Kirchenmitglieder im Kirchenkreis innerhalb eines Jahres um rund 680 Personen gesunken, sagt Tiemann, Und auch Taufen und kirchliche Trauungen gingen zurück. Gleichzeitig zeige sich aber auch: Die Zahl der Kirchenaustritte hat sich nahezu halbiert, und die kirchlichen Bestattungen sind gestiegen. „Kirche bleibt damit besonders dort gefragt, wo Menschen Abschied nehmen müssen oder Halt suchen.“
"Kein Zeichen finanziellen Überfllusses"
Tiemann warnte davor, steigende Kirchensteuereinnahmen als Entspannung der finanziellen Lage zu deuten. Zwar profitiere die Kirche von höheren Einkommen, zugleich stiegen Personal- und Sachkosten deutlich. „Die momentanen Mehreinnahmen sind kein Zeichen finanziellen Überflusses, sondern eher Ausdruck einer Übergangsphase, in der steigende Einkommen die strukturellen Verluste zeitweise noch überdecken“, sagte die leitende Geistliche. Ein sorgfältiger Umgang mit den vorhandenen Mitteln zähle daher auch weiterhin.