Lichtblicke im Dunkeln: Laternen, die viele Herzen erreicht haben

Nachricht Cadenberge, 06. Februar 2026

Kirche muss zu den Menschen gehen – Pastor Matthias Hövelmann aus Cadenberge hat mit dieser Maxime seines Wirkens stets einiges bewegt. Auch diesmal. Mit „Eine Laterne geht auf Reisen“ hat er in der Gesamtkirchengemeinde Am Dobrock nicht nur viele Herzen erreicht, sondern auch tiefgehende, persönliche Erlebnisse und Erinnerungen ermöglicht, die in kleinen Tagebüchern festgehalten wurden.

Das kleine Licht und seine Bedeutung in dunkler Winterzeit

Im Dezember konnte jede Familie aus der Gesamtkirchengemeinde für eine Nacht eine Laterne in ihr Zuhause einladen. Diese wanderte dann von Haus zu Haus, von Mensch zu Mensch. Jeder durfte sich Gedanken darüber machen, was das kleine Licht in der dunklen Winterzeit symbolisieren möchte. Die Tagebuchaufzeichnungen zeigen, dass die Laternen nicht nur Licht brachten, sondern auch Gespräche und Reflektionen über das Leben und die Gemeinschaft anstießen.
„Das Licht soll Leben signalisieren, Liebe, Wärme und Hoffnung geben“, erklärt Pastor Hövelmann, als er durch die Einträge blättert. Auf einem Tisch vor dem Altar liegen zahlreiche, liebevoll gestaltete Tagebuchseiten, die von der Vielfalt der Erfahrungen zeugen.

„Katze“, „Spekulatius“, „Mimi“ und „Merle“ leuchten um die Wette

„Kita-Kinder aus Cadenberge haben die Laternen bunt gestaltet, so sind sie unverwechselbar“, freut sich der Pastor. Und die Kinder gaben allen Laternen einen Namen. Damit konnten sie die Gastgeber ganz persönlich begrüßen. So leuchteten „Katze“, „Spekulatius“, „Mimi“ und „Merle“ nicht nur warm und hell in den guten Stuben, sondern luden auch dazu ein, humorvolle und tiefgründige Gedanken und Alltagsmomente zu teilen.

Und diese Momente sind auch in den Tagebüchern festgehalten, die die Gastgeber mit kleinen, persönlichen Einträgen füllten. In einem Tagebuch ist beispielsweise der Eintrag einer Kinderhand zu lesen: „‚Spekulatius‘ durfte beim Geburtstag der Tante erstrahlen.“ Ein anderer beschreibt: „Gemeinsam haben wir gekuschelt, gegessen, gelesen, und Du hast mich zur Schule gebracht.“ Beinahe philosophisch der Satz, der in einem weiteren Büchlein zu lesen ist: „Suche das Licht nicht im Außen, finde das Licht in Dir.“
Die Einträge – mal zum Schmunzeln, mal zum Nachdenken – zeigen, wie sehr die Menschen diese Gelegenheit genutzt haben, um das Licht der Laternen mit ihren eigenen Erlebnissen und Gedanken zu verbinden. Bunte Zeichnungen und dekorative Verzierungen mit Blumen, Sternen und Herzen verdeutlichen die Verbundenheit.
„Es gibt viele Momente, in denen ein kleines Licht große Bedeutung erhält“, bilanziert der Pastor. „Jede Laterne hat die Menschen näher zusammengebracht, den Austausch zwischen Nachbarn und Freunden gefördert und Momente der Besinnung ermöglicht.“

Wirkung geht über den Moment hinaus

Doch die Wirkung dieses Projekts geht über den Moment hinaus. „Es ist oft so, dass wir in der täglichen Hast den Wert von Begegnungen aus den Augen verlieren“, sagt Matthias Hövelmann. „Deshalb ist es wichtig, dass die Kirche zu den Menschen geht – nicht allein mit Worten, sondern mit Angeboten, die sie in ihrem Alltag abholen.“

Andreas Schoener, Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Cuxhaven-Hadeln