St. Georg strahlt wieder wie neu: Segensworte und ein Dorffest für Alle

Nachricht Oberndorf , 01. Juni 2026

Draußen drehte sich munter das Karussell für die Kleinen, drinnen gab es Programm für die Großen. Und beides gehörte an diesem Sonntag einfach zusammen.
Nach einem Jahr Schließung und Jahrzehnten des Kampfes feierte die Gemeinde St. Georg in Oberndorf die Wiedereröffnung ihres sanierten Gotteshauses – ein Fest, das in die Ortsgeschichte eingehen wird. Bis zuletzt wurde geputzt, gewienert, gerichtet, geplant und gebacken. Ein Dorf hatte seine Hände in den Dienst der Kirche gelegt. Und das Konzept der Ehrenamtlichen ging auf.

Schon früh am Nachmittag strömten die Oberndorfer auf das baumbestandene Kirchengelände an der Oste, mit und ohne Kinder, alle mit demselben Ziel: die erste Tasse Kaffee in der Sonne zu genießen und sich durch eine der fünfzehn selbst gebackenen Kuchen zu probieren. Auf einer Decke spielten die Kleinsten im Warmen, während sich Martin-Willi Brockelmanns Karussell unaufhaltsam drehte. Schwan, Fisch, Ente und Pferd im Wechselspiel von Licht und Schatten.

Regionalbischöfin Sabine Preuschoff war aus Stade gekommen und hatte sich an diesem Nachmittag viel Zeit genommen – die Gemeinde merkte, wie sehr.
Den Festgottesdienst gestalteten Superintendentin Kerstin Tiemann und Pastor Tileman Wiarda; Preuschoff übernahm die Predigt. 
„Es ist kein Zufall“, sagte die Regionalbischöfin vor vollbesetzten Kirchenbänken, „dass wir heute zu einem der ältesten Segensworte der Bibel greifen: ‚Der Herr segne dich und behüte dich.' Dieses Wort ist älter als diese Mauern, und es bleibt lebendig, solange Menschen hier zusammenkommen.“

Wie viele Menschen haben wohl hier schon den Segen empfangen?

Preuschoff erinnerte daran, wie viele Menschen in diesen Mauern diesen Segen schon empfangen hatten, ob die Kirche frisch erbaut oder bröckelig gewesen war: Kinder, deren Kopf dreimal mit Wasser benetzt wurde und denen gesagt worden war, Gott sei mit dir; aufgeregte Konfirmanden, Hochzeitspaare, die hier vor Gott Ja zueinander sagten, und Trauernde, die nach dem Abschied von einem Menschen Trost suchten und den Segen dieses Raumes erfuhren. Segen zu unterschiedlichen Anlässen, in unterschiedlichen Zeiten – in Krieg und Frieden, in Weihnachtsfreude und Osterjubel. Und immer, so Preuschoff, sei da diese eine Zusage gewesen: „Der Herr segne dich und behüte dich.“

Auch Kerstin Tiemann fand herzliche Worte der Anerkennung. Sie erinnerte sich noch gut an ihren ersten Besuch in St. Georg, kurz nach ihrem Amtsantritt, als die Kirchenvorsteher ihr ihr ganzes Weh und Ach geklagt hätten – feuchte Wände, ein ausstehendes Gutachten, das Gefühl, übersehen zu werden. Dass der Kirchenvorstand um Anja Asendorf dennoch nicht aufgegeben habe, verdiene echten Respekt. „Ihre Geduld und Ausdauer und Ihre mutige Art, Missstände anzusprechen, haben zu einem großen Erfolg geführt“, sagte die Superintendentin.

Dank auch an die Landeskirche

Ihr Dank galt auch der Landeskirche Hannover, dem Amt für Bau- und Kunstpflege und dem Kirchenkreis, denn dass eine Gemeinde dieser Größe eine solche Förderung erhalte, sei keine Selbstverständlichkeit.

Eine riesige Tafel Schokolade als symbolisches Dankeschön nahm Anja Asendorf gern aus den Händen von Kerstin Tiemann entgegen.
Von Bildern aus der Sanierungsphase "begleitet", blickte die rührige Kirchenvorständin mit einem Schmunzeln auf einen langen, oftmals steinigen Weg zurück und holte auch Küsterin Yvonne Sieb nach vorne, um ihr gesondert zu danken. Der Singekreis Oberndorf hatte dem Gottesdienst musikalisch alle Ehre gemacht, begleitet von Kreiskantor i. R. Kai Rudl – die Besucher hörten gerne und andächtig zu.

Und draußen wartete bereits ein Pizza-Ofen

Nach dem Segen verließen Geistliche und Gemeindeglieder das frisch geweihte Gotteshaus. Draußen wartete bereits ein Pizza-Ofen, der inzwischen genau die richtige Temperatur erreicht hatte – als hinge alles zusammen: Geist und Leib, Segen und Brot, Kirche und Dorf. Nach so viel Stärkung im Geiste durfte auch der Körper nicht zu kurz kommen.

Andreas Schoener, Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Cuxhaven-Hadeln

Höchste Vorsicht: Torben Springer holte nach dem Gottesdienst die frischen Stücke aus dem heißen Pizza-Ofen.