Drei Schützenvereine, zwei Gottesdienste und eine Kirche

Nachricht Osten, 27. Juli 2026

Es sind zwei Gottesdienste, die mehr erzählen als den Auftakt zu einem Schützenfest. Vor zwei Wochen feierte der Schützenverein Schüttdamm-Isensee im Rahmen seines 125-jährigen Bestehens den traditionellen Schützengottesdienst. Am Sonntag, 26. Juli, folgten die Schützenvereine Osten und Niederstich. Gefeiert wurden beide Gottesdienste in der St.-Petri-Kirche in Osten – jenem Ort, der für alle drei Vereine seit Jahren ein verbindendes Element ist.

Gottesdienst ist kein Programmpunkt

Denn die eigentlichen Schützenfeste beginnen erst eine Woche später. Der Gottesdienst steht bewusst davor. Nicht als Programmpunkt, sondern als Zeichen dafür, dass Gemeinschaft mehr ist als ein Festwochenende.

Ehrenamt, Verlässlichkeit und Nachbarschaft

Seit 2019 zieht die Sommerkirche der Region Ost im Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Cuxhaven-Hadeln durch die Dörfer. Sie sucht bewusst die Nähe zu den Menschen und ihren Vereinen. Gerade die Schützenvereine stehen dabei exemplarisch für das, was das Leben zwischen Elbe und Weser bis heute prägt: Ehrenamt, Verlässlichkeit und Nachbarschaft.

„Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt“

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes standen die Worte Jesu: „Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt.“ Die Predigt machte deutlich, dass christlicher Glaube und Schützenwesen mehr verbindet, als auf den ersten Blick sichtbar wird. Es geht um Verantwortung füreinander, um Zusammenhalt und darum, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.

Einen besonderen Moment erlebte die Gemeinde mit der Ehrung von Organistin Haak. Seit vier Jahrzehnten begleitet sie die Gottesdienste an der Orgel der St.-Petri-Kirche. Kirchenvorstand Manfred Tamm überreichte ihr die Ehrenurkunde der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und erinnerte an ihren Dienstbeginn im Jahr 1986. Haak nahm die Auszeichnung gewohnt bescheiden entgegen. „Was – schon 40 Jahre vorbei?“, sagte sie schmunzelnd. Bis heute spiele sie mit Freude auf ihrer „Alten Dame“, wie sie die Orgel liebevoll nennt.

Zwischen den Fahnen der Vereine

Gerade solche Augenblicke zeigen, was die St.-Petri-Kirche für die drei Schützenvereine ist. Sie ist weit mehr als der Ort eines Gottesdienstes. Hier beginnen die Schützenfeste mit Gottes Segen. Hier wird Dank ausgesprochen, werden Jubiläen gefeiert und Verstorbene nicht vergessen. Zwischen den Fahnen der Vereine entsteht so Jahr für Jahr das, was die Dörfer zusammenhält: gelebte Gemeinschaft.

Sie kommen vor ihren Festen alle in der Kirche zusammen

Vielleicht ist das die eigentliche Botschaft dieser beiden Schützengottesdienste. Drei Vereine pflegen ihre eigenen Traditionen, feiern ihre eigenen Feste und tragen unterschiedliche Uniformen. Doch bevor die Musikzüge aufspielen und die Königsschüsse fallen, kommen sie alle an denselben Ort: in die St.-Petri-Kirche. Sie ist das einigende Band zwischen Schüttdamm-Isensee, Osten und Niederstich – und damit ein Stück gelebter Dorfgemeinschaft im Land zwischen Elbe und Weser.

Alles beginnt mit Glaube, Gemeinschaft und dem Segen Gottes

Drei Schützenvereine. Zwei Schützengottesdienste. Zwei Jubiläen – 125 Jahre Schützenverein Schüttdamm-Isensee und 40 Jahre Organistendienst von Haak. Und eine Kirche, in der all das zusammenfindet. Die St.-Petri-Kirche ist weit mehr als ein Gotteshaus. Sie ist der Ort, an dem die Dörfer ihre Traditionen miteinander verbinden. Bevor die Musikzüge marschieren, die Fahnen wehen und die Königsschüsse fallen, beginnt hier das Schützenjahr mit dem, was seit Generationen trägt: Glaube, Gemeinschaft und der Segen Gottes.