Von wegen „Stummfilm“: Film- und Orgelabend in der St. Georgskirche

Veranstaltung Oberndorf, 08. Oktober 2026

Zu einem besonderen Film- und Orgelereignis lädt die St. Georgskirchengemeinde Oberndorf für Donnerstag, 8. Oktober 2026, um 19 Uhr in die St. Georgskirche am Ostedeich ein. Im Mittelpunkt steht ein Stummfilmabend mit einer Besonderheit: Welcher Film gezeigt wird, entscheidet das Publikum erst vor Ort.

Kirchenmusikdirektor aus Jerusalem improvisiert

Zur Auswahl stehen drei Vorschläge. Kirchenmusikdirektor Peter-Michael Seifried aus Jerusalem begleitet den gewählten Film anschließend live und improvisiert an der Orgel.

Stummfilme waren nie wirklich stumm

Damit wird deutlich, worauf der Titel des Abends anspielt: Stummfilme waren nie wirklich stumm. Zwar besaßen die Filme bis zur Erfindung des Tonfilms Ende der 1920er Jahre keine Tonspur, doch Musik, Geräusche und live erläuterte Handlungen gehörten von Beginn an zum Kinoerlebnis. Während in einfachen Vorstadtkinos häufig Klaviere zum Einsatz kamen, wurden in großen Filmpalästen eigene Kinoorgeln gespielt. Diese Instrumente waren eigens für die Begleitung von Filmen konstruiert und verfügten über Klangregister für Regen, Gewitter, Pferdegetrappel oder Kirchenglocken.

Insgesamt gab es einmal 145 Kinoorgeln 

Die Geschichte der Kinoorgel begann um 1910 in den USA. Nach dem Ersten Weltkrieg fanden die Instrumente auch in Deutschland Verbreitung; zwischen 1921 und 1931 wurden in deutschen Lichtspielhäusern insgesamt 145 Kinoorgeln eingebaut. In den vergangenen Jahren haben Stummfilmaufführungen mit live improvisierter Musik erneut an Bedeutung gewonnen – in Konzertsälen, im Freien und nicht zuletzt in Kirchen.technoblog.technoseum

Ein Abend für Film, Musik und Begegnung

Kirchenmusikdirektor Peter-Michael Seifried lebt und arbeitet in Jerusalem, Berlin und Jüterbog. Er ist Kantor der Erlöserkirchengemeinde in Jerusalem und verfügt über einen Fundus von mehr als 40 Stummfilmen, die er in den vergangenen Jahren für Aufführungen mit Orgelimprovisation zusammengestellt hat. Seine Programme verbinden unterhaltsame wie auch politisch und gesellschaftlich relevante Filme der frühen Filmgeschichte mit einer live entstandenen musikalischen Begleitung.

Ein wachsendes, vielfältiges Publikum erreicht

In Jerusalem hat Seifried mit monatlichen Stummfilmvorführungen in der Erlösergemeinde ein wachsendes, vielfältiges Publikum erreicht. Die Filme aus der Zeit um 1900 bis in die 1920er Jahre behandeln oft Themen, die auch heute aktuell sind: Liebe und Konflikt, Vertrauen und Verrat, Fremdheit und Zusammenleben. Sie eröffnen damit nicht nur einen unterhaltsamen Kinoabend, sondern auch Gesprächsanlässe über Fragen der Gegenwart.

Im Anschluss gibt es Knabbereien

Das Publikum entscheidet vor Ort über den gezeigten Film. Kirchenmusikdirektor Peter-Michael Seifried (Jerusalem/Berlin/Jüterbog) begleitet die Vorführung live an der Orgel. Im Anschluss besteht bei Knabbereien Gelegenheit zum Austausch. Der Eintritt ist frei; um Spenden wird gebeten.