Nach Mathe-Studium ist Benjamin Guélat an der Orgel durchgestartet

Veranstaltung Cuxhaven, 12. Juli 2026

Mit Benjamin Guélat beginnt am Sonntag, 12. Juli 2026, in der St.-Petri-Kirche Cuxhaven die neue Saison der Internationalen Orgelmatineen. Unter dem Titel „Moonlight & Roses“ eröffnet der Schweizer Organist die Reihe mit romantischen und farbenreichen Klängen an der symphonischen Woehl-Orgel.

Konzertgenuss bei freiem Eintritt

Insgesamt stehen vier Konzerte von renommierten Organisten aus Deutschland und der Schweiz auf dem Programm. Sie beginnen jeweils sonntags um 10.44 Uhr und sind bei freiem Eintritt zu hören.
Zum Auftakt spielt der im schweizerischen Kanton Jura geborene Guélat anspruchsvolle Werke von Charles-Marie Widor, Edwin Lemare, Vincenzo Petrali, Johann Strauß und weiteren Komponisten. Das Programm setzt romantische Akzente und entfaltet die besondere Klangvielfalt der St.-Petri-Kirche.

Liturgie, Wort und Musik werden zur klanglichen Einheit

Einen idealen Klangraum für dieses Programm bietet die Woehl-Orgel der St.-Petri-Kirche. Das 1993 vom Marburger Orgelbauer Gerald Woehl fertiggestellte Instrument gilt als klassisch-symphonische Orgel und eignet sich in besonderer Weise für die Musik des 19. und 20. Jahrhunderts. Mit ihrer zentralen Aufstellung im Chorraum greift sie die ursprüngliche architektonische Konzeption der Kirche auf und verbindet Liturgie, Wort und Musik zu einer klanglichen Einheit.

"Eines der außergewöhnlichsten Orgelprojekte Niedersachsens"

Die reiche Ausstattung mit differenzierten Zungenregistern und farbenreichen Labialstimmen ermöglicht eine außergewöhnlich große Klangpalette – von kraftvollem Fortissimo bis zu feinsten Pianissimo-Nuancen. Zugleich bildet die Woehl-Orgel einen spannenden Kontrast zu den historischen Orgeln der Nordseeküste. Orgelbauer Gerald Woehl bezeichnete das Instrument als eines der außergewöhnlichsten Orgelprojekte Niedersachsens zu Beginn der 1990er Jahre, da es Elemente des romantisch-französischen und romantisch-deutschen Orgelbaus miteinander verbindet.

Die nächsten Orgelmatineen in St. Petri (Beginn jeweils 10.44 Uhr, Eintritt frei):

  • 26. Juli: „L'Âme de Paris – Die Seele der Pariser Orgel“ – Jürgen Sonnentheil
  • 9. August: „Mit Mendelssohn unterwegs durch die Schweiz“ – Sacha Rüegg 
  • 23. August: „Mondschein und Glockenspiel – eine Lichtreise“ – Andreas Götz 

Zur Person

Benjamin Guélat, geboren 1978 im jurassischen Bure, ist seit 2017 Domorganist in Solothurn. Dort verantwortet er die Orgelmusik an der St.-Ursen-Kathedrale sowie in der Jesuitenkirche. Zuvor war er Organist an der Kirche Maria Krönung in Zürich-Witikon und an der Kirche Saint-Marcel in Delémont.

Master in historischer Improvisation

Seine musikalische Laufbahn begann mit Orgelunterricht bei Benoît Berberat in Porrentruy. Nach einem abgeschlossenen Mathematikstudium an der ETH Zürich widmete er sich ganz der Musik und studierte Orgel an der Musik-Akademie Basel bei Guy Bovet, Rudolf Lutz und Martin Sander. Dort erwarb er Lehr-, Konzert- und Solistendiplome sowie den Master in historischer Improvisation. Für das beste Orgeldiplom wurde ihm zweimal der Hans-Balmer-Preis verliehen.

Musikalische Begleitung von Stummfilmen

Als international gefragter Konzertorganist beherrscht Benjamin Guélat das klassische Orgelrepertoire aller Epochen und Stilrichtungen. Besondere Schwerpunkte seiner künstlerischen Arbeit sind die Stilimprovisation sowie die musikalische Begleitung von Stummfilmen.