Bach begegnet Gloger – Masaaki Suzuki an der Otterndorfer Orgel

Veranstaltung Otterndorf, 21. August 2026

Es gibt Instrumente, die nicht einfach nur Musik hervorbringen, sondern selbst eine Geschichte erzählen. Die historische Orgel von Dietrich Christoph Gloger in der Otterndorfer St.-Severi-Kirche gehört zweifellos dazu. Nach umfassender Restaurierung ist sie seit Oktober 2024 wieder in allerschönstem Klang zu hören – mit 46 Registern und 2.527 Pfeifen.

Als Gast des Musikfests Bremen in der Medemstadt

Am Freitag, 21. August 2026, um 19.30 Uhr kommt mit Masaaki Suzuki ein Musiker nach Otterndorf, dessen künstlerisches Leben eng mit Johann Sebastian Bach verbunden ist. Im Rahmen des Arp-Schnitger-Festivals und als Gast des Musikfests Bremen widmet er sich an diesem Abend ausschließlich Werken des großen Thomaskantors.

Bereits als Zwölfjähriger mit der Orgel in Berührung

Suzuki, 1954 im japanischen Kobe geboren, kam bereits als Zwölfjähriger mit der Orgel in Berührung. Aus dieser frühen Begegnung entwickelte sich eine lebenslange Leidenschaft. Weltweit bekannt wurde er insbesondere durch das von ihm gegründete Bach Collegium Japan und die vielfach ausgezeichnete Einspielung von Bachs Kantaten.

Arbeitet an Gesamteinspielung von Bachs Orgelwerken

Doch auch die Orgel ist für Suzuki bis heute ein zentraler Bestandteil seines musikalischen Schaffens. Seit 2015 arbeitet er an einer Gesamteinspielung der Orgelwerke Bachs auf historischen Instrumenten.

Auch die Partita „Christ, der du bist der helle Tag“ wird zu hören sein

In Otterndorf trifft dieser ausgewiesene Bach-Kenner nun auf ein Instrument, das wie geschaffen scheint für die Klangsprache des Barock. Zu hören sind unter anderem die Toccata, Adagio und Fuge C-Dur, die Partita „Christ, der du bist der helle Tag“, die Fantasia G-Dur, „Liebster Jesu, wir sind hier“, sowie die Ciacona d-Moll und g-Moll und die Fantasia und Fuge g-Moll.

Zwei jüngere Stücke des großen Meisters im Programm

Besonders spannend: Die beiden Ciaconen BWV 1178 und BWV 1179 wurden nach jahrzehntelanger wissenschaftlicher Beschäftigung erst vor kurzer Zeit eindeutig Bach zugeschrieben und sind seit November 2025 Bestandteil des Bach-Werkeverzeichnisses. In Otterndorf begegnen damit nicht nur vertraute Meisterwerke, sondern auch zwei Stücke, deren Platz in Bachs musikalischem Kosmos sich erst in jüngster Zeit geklärt hat.

Musikalische Stärke durch den Blick auf Großes und Kleines

Man darf gespannt sein, was Masaaki Suzuki aus den Möglichkeiten der restaurierten Gloger-Orgel herausholt. Seine besondere Stärke liegt darin, musikalische Großformen ebenso aufmerksam zu gestalten wie die kleinen, oft verborgenen Feinheiten einer Komposition.

Eintritt kostet 18 Euro, Ermäßigungen möglich

Vielleicht ist es gerade diese Verbindung, die den Abend so reizvoll macht: ein japanischer Bach-Interpret, norddeutsche Orgelbaukunst und Musik, die vor Jahrhunderten entstanden ist – und doch immer wieder neu zum Leben erwacht. Der Eintritt kostet 18 Euro, Ermäßigungen sind möglich. Weitere Informationen und Karten gibt es über die Ticket-Hotline unter 0421 / 421 33 66 99.

Arp-Schnitger-Festival

Arp Schnitger (1648 – 1719) in den Fokus und gestaltet einzigartige Konzerte im Orgelparadies rund um Bremen. Dabei steht von Anbeginn an nicht allein das Schaffen Schnitgers im Mittelpunkt.
Zum einen wird der Blick gezielt auch auf sein Umfeld gelenkt, das mit Vertretern wie Christian Vater, Erasmus Bielfeldt oder Dietrich Christoph Gloger ebenfalls prachtvolle und klangschöne Orgeln hinterlassen hat. Zum anderen wird bahnbrechenden ausländischen Einflüssen z. B. aus den Niederlanden oder Italien nachgespürt, die für die Entwicklung der Norddeutschen Orgelschule prägend waren.

Bach schätzte Schnitgers Instrumente

Mit den ausgewählten Repertoires konzentriert sich die Reihe dieses Jahr erneut auf Johann Sebastian Bach, der nicht nur Schnitgers Instrumente besonders schätzte, sondern für dessen Orgelmusik die Impulse zahlreicher norddeutscher Meister besonders wichtig waren. Mit diesem Zusammenspiel wird der singulären Stellung Schnitgers als Orgelbauer und seiner Bedeutung für die weitere Entwicklung der europäischen Orgelkultur Rechnung getragen und sein Erbe auch für die heutige Generation hautnah erlebbar. (Quelle: www.musikfest-bremen.de)